Eine Frau trägt eine Mund-Nasen-Maske am Strand von Grömitz. © picture alliance / Kirchner-Media Foto: David Inderlied

Maskenpflicht auf Promenaden: Keine einheitliche Regelung

Stand: 07.11.2020 10:16 Uhr

Das Wochenende verspricht viel Sonnenschein - ein guter Grund für einen Spaziergang am Wasser. Doch wo gilt die Maskenpflicht und wo nicht? Schleswig-Holstein zeigt sich in dieser Frage als Flickenteppich, denn jeder Kreis entscheidet für sich.

Von Andrea Schmidt

Maske auf trotz frischer Meeresbrise: In vielen Tourismusorten ist dies seit heute - oder auch schon seit einigen Tagen - Pflicht. Nach Recherchen von NDR Schleswig-Holstein gehören dazu zum Beispiel die Orte Westerland (Kreis Nordfriesland), Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein), Strande und Eckernförde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) sowie Laboe und Schönberg (Kreis Plön). Zum Teil ist der Schutz aber auch nur in bestimmten Abschnitten notwendig. Von der Tourismusagentur Lübeck heißt es: In der Lübecker Bucht sei es nicht einheitlich geregelt, man solle auf die Schilder achten. "Zuständig für die lokalen Zonen mit Maskenpflicht sind die einzelnen Kreise", sagt der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Harald Haase. Und so ist es derzeit also eine Art Flickenteppich. Wer einen sonnigen Herbstspaziergang an Nord- oder Ostsee plant, sollte auf Nummer sicher gehen und auf jeden Fall seine Maske einpacken.

"Nörgler gibt es immer"

Stefan Borgmann (Touristik-Chef Eckernförde) schaut in die Kamera. © NDR Foto: Andrea Schmidt
Maske auf: Auf der Promenade in Eckernförde Pflicht. Es läuft gut, findet Touristik-Chef Stefan Borgmann.

Auf der Kurpromenade Eckernförde gilt die Pflicht für eine Mund-Nasen-Bedeckung bereits seit Montag. Die Erfahrungen seien gut, sagt Touristik-Chef Stefan Borgmann: "Hier vor Ort ist es tatsächlich so, dass die Leute das vernünftig machen. Die haben sowieso alle ihre Masken dabei, und dann wird sie eben aufgezogen und dann ist gut. Von daher haben wir da keine Probleme." Allerdings gebe es vor allem in den sozialen Netzwerken immer wieder Menschen, die kein Verständnis für die verschärften Corona-Bedingungen hätten, bemerkt Borgmann. 'Warum 'ne Maske aufsetzen bei Windstärke vier?', heißt es zum Beispiel. Auch Stefan Gerlach vom Amt Probstei bestätigt: "Nörgler gibt es immer."

Auch die Uhrzeit spielt eine Rolle

Oftmals muss man in den Tourismusorten nun ganz genau hinschauen, wo die Maske aufgesetzt werden muss und wo sie wieder abgenommen werden darf - zum Beispiel Büsum (Kreis Dithmarschen): Laut Internetseite muss man im Bereich der Fußgängerzone Alleestraße und Hohenzollernstraße sowie am Rathauspark oder bei der Seemeile Maske tragen. Vielleicht hilft ein Blick vorher auf eine digitale Landkarte? Oder einfach immer die Maske auflassen, auch wenn man sich gerne ohne den doch etwas nervigen Schutz durchpusten lassen würde? Das entscheidet jeder selbst. Eine Rolle spielt außerdem die Zeit: In Büsum muss man die Maske montags bis sonntags zwischen 7 und 19 Uhr tragen, in Laboe etwa nach Angaben des Amtes Probstei lediglich am Sonnabend und Sonntag von 12 bis 17 Uhr.

Tagestourismus nicht verboten, aber auch nicht empfohlen

Anders als beim ersten Lockdown ist der Tagestourismus in Schleswig-Holstein jetzt im November nicht verboten. "Aber er wird natürlich nicht empfohlen", betont Harald Haase vom Wirtschaftsministerium. Bleibt abzuwarten, ob sich viele ins Auto setzen und an beliebte Strände fahren - vielleicht sogar zu den Nordseeinseln Sylt und Amrum? Wird es in Timmendorfer Strand wieder voll? Doris Wilmer-Huperz von der Tourismusagentur Lübeck hat für alle Ausflügler - speziell die Hamburger - einen guten Rat: "Warum nicht mal ein oder zwei Autobahnabfahrten weiterfahren? Neustadt oder Pelzerhaken - auch das sind wunderbare Orte." Und an nicht so überlaufenen Orten ohne Maskenpflicht weht einem dann noch ganz ursprünglich der Wind um die Nase - und der Salzgeschmack liegt unverfälscht auf den Lippen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.11.2020 | 12:00 Uhr

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