Stand: 11.08.2020 09:55 Uhr

Grundschule Rantrum öffnet am Mittwoch wieder

An der Grundschule in Rantrum bei Husum (Kreis Nordfriesland) sind aktuell keine weiteren Corona-Fälle nachgewiesen worden. Das bestätigte ein Sprecher des Kreises Nordfriesland NDR Schleswig-Holstein. Am Sonntag waren die Kollegen einer infizierten Lehrerin auf das Virus getestet worden. Alle Ergebnisse waren negativ, so der Kreis. Nun soll der Schulbetrieb für 70 Kinder am Mittwoch starten - aber nicht mit dem Personal der Schule. "In dieser besonderen Situation haben wir mit dem Gesundheitsamt vor Ort vereinbart, dass die Lehrkräfte der Schule am Donnerstag noch ein zweites Mal getestet werden und für den Rest der Woche Vertretungslehrkräfte den Unterricht an dieser Schule übernehmen", sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU).

Lehrerin nahm an Dienstbesprechung teil

Eine Lehrerin der kleinen Dorfschule hatte sich nach Angaben des Kreises Nordfriesland in der vergangenen Woche mit Schnupfen bei ihrem Hausarzt auf das Coronavirus testen lassen. "Die Lehrerin hat nichts verkehrt gemacht", sagte Landrat Florian Lorenzen (CDU) am Sonntag im Interview mit NDR Schleswig-Holstein. "Sie hat von ihrem Hausarzt das Signal bekommen, dass sie uneingeschränkt ihren Dienst wahrnehmen darf." Noch bevor das Ergebnis des Tests vorlag, nahm die Frau am Freitag an einer Dienstbesprechung in der Schule teil.

Das Gesundheitsministerium in Kiel verweist in dieser Frage auf eine "Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte" des Robert-Koch-Instituts. In dem Schema wird nach einem Corona-Test eine "Kontaktreduktion und Verbleib im häuslichen Umfeld bis Befundeingang" empfohlen. Auch Bildungsministerin Karin Prien betonte am Montag: "Egal ob Schülerin oder Schüler, Lehrkraft oder anders an Schule Tätige: Wenn Sie auf das Ergebnis eines Coronatests warten, kommen Sie in der Zwischenzeit nicht in die Schule, sondern kontaktieren Sie die Schulleitung telefonisch."

Infektionskette unklar

Noch ist unklar, wo und wie sich die Frau angesteckt hat. Nach Angaben des Kreises Nordfriesland war sie in den vergangenen Wochen nicht auf Reisen, sondern ausschließlich im Kreisgebiet unterwegs. Dort ist die Zahl der registrierten Infektionen seit Wochen niedrig. Seit Beginn der Pandemie gab es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Nordfriesland weniger als 100 Infektionsfälle unter den dort lebenden Einwohnern.

Erstklässler sollen später starten

Laut Kreis handelte es sich bei der Schulschließung um eine reine Vorsichtsmaßnahme. "Enger Kontakt bestand bei der Dienstbesprechung nicht. Gerade bei einer Grundschule gehen wir aber lieber auf Nummer sicher", erklärte Nina Rahder, zuständige Fachbereichsleiterin des Kreises für Sicherheit, Gesundheit und Veterinärwesen.

Die für Mittwoch geplante Einschulungsfeier wird nach Angaben von Bildungsministerin Prien auf kommende Woche verschoben. Die etwa 30 Erstklässler sollen den Schultag mit ihren Klassenlehrerinnen verbringen und nicht mit unbekannten Vertretungskräften.

Prien stellte Reaktionsplan vor

Bildungsministerin Prien appelierte an die Schleswig-Holsteiner: "Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie Krankheitssymptome zeigen. Konsultieren Sie gegebenenfalls ihren Hausarzt." Prien hatte in der vergangenen Woche einen Reaktionsplan vorgestellt. Der sieht unter anderem ein sogenanntes "Schnupfenschema" für Schüler, Lehrkräfte und Schulbeteiligte vor. "Für uns ist weiterhin das Ziel, dass Schulschließungen nur die Ultima Ratio sein können. Wir wollen frühzeitig und deutlich reagieren und durch unseren Corona-Reaktionsplan auch den Gesundheitsbehörden vor Ort ein entsprechend abgestuftes Verfahren vorschlagen", so Prien weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.08.2020 | 06:00 Uhr

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