Stand: 16.06.2020 07:22 Uhr

Grenzmärkte in SH freuen sich auf Dänen

Drei Monate lang haben die Grenzhändler in Schleswig-Holstein stark darunter gelitten, dass die deutsch-dänische Grenze geschlossen war. Sie leben größtenteils von skandinavischen Kunden und sind heilfroh, dass jetzt wieder Reisefreiheit zwischen beiden Ländern herrscht. Offiziell beendet hat Deutschland seine Kontrollen erst in der vergangenen Nacht. Doch es wurde bereits in den vergangenen Tagen deutlich weniger kontrolliert.

85 Prozent weniger Umsatz bei Grenzhändlern

Die Grenzhändler, die ihre dänischen Produkte auf deutschem Boden zu oft deutlich günstigeren Preisen anbieten, haben nach eigenen Angaben seit Beginn der Corona-Krise 85 Prozent weniger Umsatz gemacht. Bei "Otto Duborg" in Harrislee beispielsweise, einem Supermarkt und Gartencenter, blieben die Türen von Mitte März bis jetzt wegen der fehlenden Kundschaft komplett geschlossen.

Kundenansturm erwartet

Der Geschäftsführer der Grenzwarenbetriebsgesellschaft, Bernd Christiansen, sagte: "Es wird ein ambitioniertes Ziel, ein ausgeglichenes Jahresergebnis zu erreichen. Die Umsatzverluste, Warenverluste und Kosten, die entstanden, sind sehr hoch. Es gab keine Unterstützung, damit müssen wir zurechtkommen." Nun rechnet Christiansen mit einem Kundenansturm. Er gehe davon aus, dass es am Wochenende "richtig brummt".

Auch für die Grenzmärkte gelten die Corona-Auflagen zu Mindestabstand und Hygiene. Weil es in Dänemark keine Maskenpflicht gibt, sind die Geschäfte gewappnet: Wer keine Mund-Nase-Bedeckung dabei hat, kann sie in den Läden für fünf Kronen (etwa 60 Cent) kaufen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.06.2020 | 06:00 Uhr

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