Flaute auf Weihnachtsmärkten bringt hohe Umsatzeinbußen

Stand: 12.12.2021 16:13 Uhr

Auf den Weihnachtsmärkten in Schleswig-Holstein ist wenig los. Der Schaustellerverband hofft, dass die Städte die Standgebühren für die Betreiber senken, um den Verlust etwas aufzufangen.

Es ist leer auf Schleswig-Holsteins Weihnachtsmärkten. Es gibt kein Gedränge, leere Karussells, keine Gruppen oder gar ganze Busladungen von Skandinaviern, die sich von Stand zu Stand probieren. Budenbetreiberinnen zum Beispiel in Neumünster reden - angesprochen auf die jetzige Situation -nicht drumherum: "Beschissen ist geprahlt! Muss man ja mal so sagen." Ihre Kollegin ist ähnlich frustriert: "Wir haben eingekauft, wir haben unsere Mitarbeiter und kaum jemand kommt."

Menschen sind verunsichert

Die Mittagspausen auf dem Weihnachtsmarkt oder abendliche Punsch-Treffen mit Freunden - was vor der Pandemie normal war, findet zurzeit nur selten statt. Das liegt laut Schaustellerverband Schleswig-Holstein daran, dass tagsüber viele Arbeitnehmer im Homeoffice und nicht in der Nähe der Weihnachtsmärkte sind. Außerdem seien die Menschen verunsichert oder vorsichtig. Dabei betonen Standbetreiber und Veranstalter immer wieder, dass die Märkte sicher seien, weil sie unter freiem Himmel, mit Maske und 2G stattfänden.

Menschen sind auf dem Weihnachtsmarkt in Neumünster unterwegs. © NDR Foto: Julian Marxen
Nur wenige Besucher kommen zum Beispiel auf den Weihnachtsmarkt in Neumünster.

Aber gerade diese Kombination - Infektionslage und Corona-Maßnahmen - würde viele Menschen abschrecken, auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, sagt der Präsident des Schaustellerverbands, Marco Lange: "Die Leute sind verunsichert und sehr verhalten. Glühweinstände und Imbissstände sind gerade sehr stark betroffen davon, weil das Abendgeschäft komplett fehlt und bei den Imbissen leidet das Nachmittagsgeschäft durch Homeoffice auch sehr."

Einbußen bis 80 Prozent

Aktuell nehmen die Standbetreiber laut Landesschaustellerverband nur halb so viel ein wie noch vor Corona. Einige Standbetreiber in Lübeck oder Neumünster würden sogar Einbrüche von 80 Prozent melden. Marco Lange hofft, dass er mit seinem Verband eine Ermäßigung der Standgelder realisieren kann: "Das wäre eine große Hilfe, um kurzfristig eine Entspannung reinzubekommen." NDR Recherchen zufolge haben die meisten großen Städte die Standgebühren nicht gesenkt. Eine Ausnahme ist zum Beispiel Flensburg: Hier müssen die Schausteller corona-bedingt weniger bezahlen. An anderen Orten liegen die Kosten für einen Stand für einen Monat auf dem Weihnachtsmarkt zwischen 1.000 Euro zum Beispiel in Schleswig und 20.000 Euro in Lübeck.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.12.2021 | 08:00 Uhr

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