Dr. Alexandra Barth sitzt hinter einer Glasscheibe an einem Tisch mit Mikrofon.  Foto: Axel Heimken

Expertin: Beschränkungen der Kontakte bis in den Herbst?

Stand: 19.02.2021 12:48 Uhr

Im Landtag haben die Expertinnen und Experten das Wort: Zum zweiten Mal befragt das Parlament Juristen, Mediziner und Fachleute aus der Wirtschaft. Schwerpunkt-Thema ist der von der Landesregierung vorgeschlagene Corona-Perspektivplan.

Die Leiterin des Gesundheitsamtes in Neumünster Alexandra Barth wählte, wie schon bei der ersten Expertenanhörung, drastische Worte. "Ich sage Ihnen heute, durch die Lockerungen der Kontaktbeschränkungen läuten wir die dritte Welle ein und wir müssen sehr aufpassen, dass sie kein Tsunami wird." Sie plädierte für strikte Kontaktbeschränkungen bis in den Herbst. Maximal fünf Personen aus zwei Haushalten sollten sich bis dahin treffen dürfen. Öffnungen für den Einzelhandel kann sich Barth allerdings schon jetzt vorstellen.

Fickenscher warnt vor Übertreibungen

Jan Rupp, Direktor der Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie am UKSH Lübeck, verwies auf Erfahrungen aus anderen Ländern, wo Mutationen zwischenzeitlich für hohe Infektionsraten gesorgt hätten, die aber auch wieder zurückgeführt werden konnten. Und der Kieler Virologe Helmut Fickenscher warnte vor Übertreibungen im Zusammenhang mit Mutationen.

Einig waren sich die Experten in ihrer Beurteilung von Schnelltests. Falsche Positiv-Ergebnisse könnten zu einer Überlastung der Gesundheitsämter führen. Falsche Negativ-Ergebnisse könnten dazu führen, dass man andere gefährde. Die PCR Testkapazitäten seien dagegen noch gar nicht voll ausgenutzt. Große Hoffnungen setzten die Wissenschaftler in die Impfungen, mahnten aber an, die Bevölkerung noch besser zu informieren, um möglicher Skepsis zu begegnen.

Livestream des Landtags zur Expertenanhörung

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.02.2021 | 12:00 Uhr

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