Stand: 15.05.2020 20:23 Uhr

Entscheidung über Umgang mit Tagesurlaubern verschoben

Leere Strandkörbe am Strand von St. Peter-Ording © dpa
Wird der Tagestourismus in Schleswig-Holstein ab Vatertag bis Pfingsten eingeschränkt?

In Schleswig-Holstein wollen Land und Kreise am Wochenende entscheiden, ob es möglicherweise ab Christi Himmelfahrt bis über Pfingsten Beschränkungen beim Tagestourismus geben wird. Mehrere Landräte hatten schon am Freitag mit Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) über eine Regelung beraten. Nach Angaben der Kreise hätte man sich zusammen mit dem Minister darauf geeinigt, über das Wochenende ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten, das Tourismus und Abstandsregeln in Einklang bringt. Zumindest will man es versuchen. Über die Beschlüsse werde die Öffentlichkeit am Montag in Kiel im Rahmen einer Pressekonferenz unterrichtet, sagte ein Sprecher des Kreises Nordfriesland.

Inseln wollen spätere Öffnung

Der Sprecher verwies darauf, dass im Zeitraum zwischen Vatertag (21. Mai) und Pfingsten (Ende Mai) mit besonders vielen Touristen zu rechnen sei. In Hamburg beginnen kommende Woche die Pfingstferien. Die Fähren nach Föhr und Amrum sind schon jetzt nahezu ausgebucht. Auch bei den Ferienwohnungen in Küstennähe sieht es ähnlich aus.

Anfang der Woche hatten alle Sylter Gemeinden, Unternehmer und Sylt Marketing in einem Schreiben an Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen (CDU) die Bitte geäußert, das Betretungsverbot für Tagestouristen auf den Inseln zu verlängern. "Jetzt alles von null auf 100 Prozent hochzufahren, würde unsere Infrastruktur völlig überfordern", hieß es in dem Schreiben. Außerdem hatten die Inseln Föhr, Amrum und Sylt um eine spätere Öffnung der Inseln für Tagestouristen gebeten.

Günther: "Es wird zu voll am Strand"

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) will einen Touristenansturm in Schleswig-Holstein über Himmelfahrt und Pfingsten wegen der geplanten Lockerungen der Corona-Bestimmungen verhindern. "Wenn sich jetzt Tausende Menschen auf den Weg machen zu den Stränden von Nord- und Ostsee, dann wird es schwierig, die Kontaktregeln zu befolgen. Im Klartext: Es wird zu voll am Strand", sagte Günther der "Bild"-Zeitung.

Um das zu vermeiden, kündigte Günther harte Kontrollen in den Badeorten und an den Stränden an. "Wir werden von Seiten des Landes auch unsere Landespolizei zur Unterstützung dort haben, falls die Kontaktverbote an den Hotspots nicht eingehalten werden", sagte der Regierungschef. "Natürlich wird am Strand kontrolliert, ob die Abstandsregelungen eingehalten werden. Und natürlich können an Himmelfahrt nicht 30 Leute mit dem Bollerwagen durch die Gegend ziehen."

Begrenzung soll möglich sein

Zunächst aber gilt: Vom kommenden Montag (18. Mai) an können Tagestouristen wieder nach Schleswig-Holstein kommen - und auch die Inseln wie Sylt, Amrum, Föhr oder Fehmarn besuchen. Das Einreiseverbot für touristische und Freizeitzwecke nach Schleswig-Holstein ebenso wie das Betretungsverbot für Inseln und Halligen entfällt. Die Kreise sollen aber die Möglichkeit erhalten, bei Bedarf eigene Regelungen umzusetzen, um den Tagestourismus zu begrenzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.05.2020 | 13:00 Uhr

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