Stand: 03.04.2020 13:18 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Erntehelfer dürfen einreisen: Erleichterung in SH

Nach der Entscheidung des Bundes, die Grenze für Erntehelfer trotz Corona-Krise unter strengen Auflagen zu öffnen, zeigen sich die Landwirte in Schleswig-Holstein erleichtert. Vor allem Sonderkulturbetrieben, die Spargel, Erdbeeren oder Kohl anbauen, helfe die Regelung, sagte der Generalsekretär des Landesbauernverbandes, Stephan Gersteuer. Aber sie helfe auch in anderen Betrieben. "Gerade im Norden des Landes gibt es eine Reihe von ausländischen Arbeitskräften in Milchviehbetrieben. Und die brauchen auch eine Regelung für die Wiedereinreise ihrer Arbeitskräfte nach Ostern", sagte Gersteuer. "Wir gehen davon aus, dass diese Regelung auch in diesen Fällen hilft." Betroffen seien etwa 1.500 Milchbauern.

Landwirte chartern Flugzeuge auf eigene Kosten

Im April und Mai dürfen nun je 40.000 Saisonarbeiter aus Osteuropa nach Deutschland einreisen. Insgesamt dürfen also 80.000 einreisen. Das würde für die anstehenden Ernten, wie zum Beispiel die Spargelsaison, erst mal reichen, sagte der Präsident des Landesbauernverbandes, Werner Schwarz, NDR Schleswig-Holstein.

Laut Schwarz organisieren sich die Landwirte in Gruppen, um zusammen Flugzeuge zu chartern - auf eigene Kosten. Die Saisonarbeiter aus dem Osten dürfen ausschließlich in Gruppen und mit dem Flugzeug ein- und ausreisen. Zu den Auflagen gehört außerdem, dass die Erntehelfer am Flughafen auf das Coronavirus getestet werden und dann auf dem jeweiligen Hof für 14 Tage in Quarantäne kommen, also getrennt von anderen Mitarbeitern untergebracht werden.

Mindestabstand einhalten oder Schutz tragen

Zumindest für größere Betriebe wie den von Spargelbauer Andreas Löding aus der Nähe von Ratzeburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) ist das kein Problem. Löding sagte, seine Container und Wohnungen seien groß genug, um die Abstandsregelungen einzuhalten. Bei den Arbeiten sollen die Erntehelfer Mindestabstände einhalten oder - falls dies nicht möglich ist - Mundschutz und Handschuhe tragen.

Zusätzlich zu den Erntehelfern aus Osteuropa könnten im April und Mai jeweils rund 10.000 Menschen in Deutschland für die Arbeit auf den Feldern angeworben werden - etwa Arbeitslose, Studierende und Asylbewerber. Der Landesbauernverband appellierte vorsorglich auch an Schleswig-Holsteiner in Kurzarbeit, ebenfalls bei der Ernte zu helfen.

Mehr als 5.000 Arbeitskräfte sind nötig

Beim Spargel brauchen die Betriebe im nördlichsten Bundesland schon in den nun anstehenden Wochen Hilfe - nach Angaben des Landesbauernverbandes sind knapp 1.500 Arbeitskräfte nötig. Auch beim Erdbeeranbau gibt es demnach den Bedarf von 4.000 Saisonarbeitskräften.

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Ein Erntehelfer sticht Spargel auf einem Feld. © dpa Foto: Julian Stratenschulte

Kurswechsel: Erntehelfer dürfen doch einreisen

Um Ernteausfälle zu vermeiden, dürfen nun doch etwa 80.000 Saisonarbeiter aus dem Osten Europas einreisen - allerdings unter strengen Auflagen. Bauern begrüßen die Regelung. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.04.2020 | 07:00 Uhr

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