Stand: 14.07.2020 12:03 Uhr

Droht Pleite-Welle im Einzelhandel?

Fast 30.000 Unternehmen in Schleswig-Holstein haben zwischen März und Juni für ihr Angestellten Kurzarbeit beantragt - laut Agentur für Arbeit allein 3.600 aus der Gastronomie und etwa noch mal so viele aus dem Einzelhandel. Während es für Restaurants und Cafés vor allem in den Touristenregionen nach Angaben der Arbeitsagentur wieder langsam bergauf geht, sieht es bei den Einzelhändlern, die keine Lebensmittel verkaufen, schlechter aus.

Hilfen laufen aus, neue Ware muss bezahlt werden

Der Handelsverband Nord macht sich vor allem Sorgen um Bekleidungsgeschäfte. Denn durch die geringe Kauflust der Schleswig-Holsteiner, würden die auf ihrer Ware sitzen bleiben. Die Umsatzeinbußen könnten nicht aufgeholt werden, befürchtet der Handelsverband Nord. Aktuell würden die Unternehmen noch durch die Kurzarbeiter-Regelungen und Stundungen bei Vermietern und Sozialversicherungen entlastet. "In naher Zukunft muss das alles und auch die neue Ware bezahlt werden - das wird viele an die Liquiditätsgrenzen bringen", sagte Mareike Petersen vom Handelsverband Nord.

338.000 Angestellte von Kurzarbeit betroffen

Die Interessenvertretung geht davon aus, dass bis zum Herbst etwa ein Drittel der Einzelhändler, die keine Lebensmittel verkaufen, von einer Insolvenz bedroht sind. Denn viele Schleswig-Holsteiner hielten aktuell ihr Geld zusammen oder gäben es nicht für Bekleidung aus, sondern eher für den Urlaub.

Das Sparen ist wenig verwunderlich, wurde laut Agentur für Arbeit etwa für jeden dritte Arbeitnehmer im Land Kurzarbeit zumindest vorsorglich beantragt. Rund 338.000 Angestellte von 29.200 Unternehmen waren davon betroffen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.07.2020 | 08:00 Uhr

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