Geschlossen" steht auf dem Zettel im Aushang eines Restaurants.  Foto: Boris Roessler

Dehoga fordert Klarheit für Weihnachten

Stand: 26.11.2020 17:08 Uhr

Bund und Länder halten nach ihren Beschlüssen in Sachen Corona am Teil-Lockdown fest. Damit bleiben unter anderem Hotels und Gaststätten bis auf Weiteres geschlossen. Tierparks, Zoos und Kosmetik-Studios dürfen wieder öffnen.

Bis zuletzt hatten die Gastronomen gehofft, ab kommender Woche wieder öffnen zu dürfen. Doch die Rechnung hatten die Wirte ohne die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin gemacht. Nach dem Bund-Länder-Treffen steht fest, dass Hoteliers und Gastronomen ihre Betriebe nicht öffnen dürfen. Die Einnahmen fehlen den Betreibern mindestens bis zum 20. Dezember. Die Betriebskosten, die Löhne und Gehälter müssen dennoch weiter gezahlt werden. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Schleswig-Holstein (Dehoga) fordert jetzt eine sofortige Auszahlung der Novemberhilfen. Besonders neue Betriebe könnten jetzt in Not geraten, wenn die Hilfen nicht schnell aufs Konto kämen, sagt der Dehoga-Landesvorsitzende Stefan Scholtis.

VIDEO: Infektiologe Prof. Jan Rupp: Lockerungen sind verantwortbar (4 Min)

Hotels und Restaurants wollen Klarheit für Weihnachten

Zusätzlich brauche es laut Scholtis nun eindeutige Ansagen von der Politik. Denn Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte am Mittwochabend vor dem Hintergrund der aktuellen Infektionszahlen angedeutet, dass es nicht sicher sei, dass Hotels, Restaurants und Gaststätten in Schleswig-Holstein ab dem 20. Dezember für einige Tage öffnen dürfen.

Dehoga erwartet auch Dezember-Hilfen vom Bund

Die Betriebe brauchen zeitnah Klarheit. Denn irgendwann müssen nach Angaben von DeHoGa auch die Vor-Buchungen abgesagt werden. Der Verband setzt nach den Novemberhilfen auch auf finanzielle Unterstützung im Dezember. "Die Hilfe ist natürlich schon ganz gut. Da kann man eben sein Personal und die laufenden Kosten von bezahlen", sagt Karl-Heinz Kolle vom Dehoga in Dithmarschen. Er gehe davon aus, dass die Restaurants und Hotels mit den Hilfen überleben können.

Gemischte Gefühle im Handel

Keine weiteren Einschränkungen braucht hingegen der Handel im Land befürchten. Als einziges Bundesland hält Schleswig-Holstein an der Regel fest, dass ein Kunde pro 10 Quadratmeter Ladenfläche einkaufen darf, egal wie groß das Geschäft ist. Die Reaktionen im Einzelhandel sind trotzdem gemischt. Auf der einen Seite sind die Supermärkte froh, dass im Weihnachtsgeschäft keine langen Schlangen vor den Läden zu erwarten sind. Auf der anderen Seite leiden vor allem die Ladenbesitzer in den Innenstädten. Laut Handelsverband kämpfen sie seit Wochen mit Umsatzeinbußen von 30 bis 40 Prozent. Und November- oder Überbrückungshilfen können sie nicht beantragen.

Körpernahe Dienstleistungen wieder erlaubt

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Anders als in anderen Bundesländer dürfen in Schleswig-Holstein ab Montag die sogenannten körpernahen Dienstleistungen durchgeführt werden. Das bedeutet, dass Kosmetik- und Nagelstudios wieder öffnen dürfen, auch Massagen können wieder angeboten werden. Außerdem dürfen Zoos und Tierparks ihre Tore wieder aufmachen. Im Tierpark Neumünster wird das schon am Montag passieren. Der Tierpark Gettorf will ein paar Tage später nachziehen.

Rupp: Lockerungen sind zu verantworten

Diese Lockerungen sind für den Infektiologen Prof. Jan Rupp vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck eine nachvollziehbare Entscheidungen. "So, wie das jetzt vorgesehen ist, mit den entsprechenden Anmeldungen, mit den entsprechend restriktiven Zahlen, die da zugelassen sind, ist das verantwortbar", sagte der Mediziner NDR Schleswig-Holstein. Er verwies zudem darauf, dass die Entscheidungen bei steigenden Fallzahlen wieder zur Disposition stehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.11.2020 | 14:00 Uhr

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