Stand: 13.05.2020 15:54 Uhr

Grenzkontrollen werden gelockert - Dänemark zögert noch

Polizisten kontrollieren am deutsch-dänischen Grenzübergang in Richtung Norden fahrende Fahrzeuge. © dpa - Bildfunk Foto: Carsten Rehder
Um die Corona-Ansteckungswelle auszubremsen, hat auch Dänemark die Grenze zu Deutschland seit Wochen geschlossen.

Die Grenzkontrollen zu Österreich, der Schweiz und Frankreich sollen nach dem Willen der Bundesregierung bis Mitte Juni wieder wegfallen. Das hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch angekündigt. Ziel sei der freie Reiseverkehr. Erste Lockerungen werde es schon von Sonnabend an geben, so Seehofer. Auf touristische Reisen ins Ausland sollen die Bundesbürger aber weiter verzichten. Auch an der deutsch-dänischen Grenze sei Deutschland bereit, die Kontrollen einzustellen. Allerdings will Seehofer damit so lange warten, bis sich auch die dänische Regierung dazu positioniert hat.

Dänemark will positive Entwicklung nicht aufs Spiel setzen

Der dänische Justizminister Nick Haekkerup äußerte sich zunächst zurückhaltend. "Wenn die Grenzen zu schnell geöffnet werden, dann setzen wir die positive Entwicklung in Sachen Corona aufs Spiel", sagte er. Dann müsse im schlimmsten Fall zurückgerudert werden. Das könne das Gesundheitssystem überlasten.

Günther: Wollen Grenzkontrollen so schnell wie möglich beenden

"Wir haben uns in den vergangenen Tagen immer wieder mit dem Bundesinnenministerium ausgetauscht und deutlich gemacht, dass wir aus schleswig-holsteinischer Sicht die Grenzkontrollen so schnell wie möglich beenden können", meinte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). "Ich bin sehr froh über das ermutigende Signal des Bundesinnenministers, dass die Kontrollen auch aus Sicht der Bundesregierung entfallen können." Voraussetzung dafür sei die Zustimmung Dänemarks.

Günther bekräftigte den Wunsch, dass Grenzkontrollen ab diesem Wochenende wegfallen. "Ich bin hoffnungsfroh, dass dies auch passieren wird.

Einreise bislang nur mit triftigem Grund

Bislang darf generell nur nach Deutschland einreisen, wer einen triftigen Grund dafür hat - etwa Berufspendler, Angehörige medizinischer Berufe oder EU-Bürger, die auf dem Weg in ihr Heimatland sind. Auch die Pflege von Angehörigen und andere familiäre Gründe konnten zum Teil geltend gemacht werden. Die Erleichterungen sind laut Innenministerium eine Folge der positiven Entwicklung des Infektionsgeschehens. Sollte die Zahl der Neuinfektionen in Nachbarregionen stark steigen, werde man wieder intensiver kontrollieren. Orientierung biete der Richtwert von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.05.2020 | 15:00 Uhr

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