Schüler und Schülerinnen sitzen in einem Klassenzimmer. © picture alliance/dpa Foto: Frank Rumpenhorst

Corona und Schule: Wechselunterricht für Schüler ab Klasse 7

Stand: 08.03.2021 17:01 Uhr

Bildungsministerin Prien hat weitere Lockerungsschritte für Schulen angekündigt. In zehn Kreisen und kreisfreien Städten kehren alle Schüler zumindest im Wechselunterricht an die Schulen zurück.

Ab Montag, 15. März, kehren in Kiel, Lübeck und Neumünster sowie in den Kreisen Plön, Rendsburg-Eckernförde, Nordfriesland, Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg und Ostholstein auch die Schüler ab Klasse 7 wieder in ihre Klassenräume zurück. Sofern sie sich nicht in der Prüfungsvorbereitung befinden, findet bis zu den Osterferien zunächst ein Wechselunterricht statt. Die Klassen 1 bis 6 werden in Präsenz beschult. Das gab Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Montag bekannt: "Ich bin optimistisch, dass wir mit diesem Öffnungsschritt bis zu den Osterferien bestehen werden."

Entscheidungen für fünf Kreise erst am Mittwoch

In Flensburg und den Kreisen Schleswig-Flensburg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg wird das Infektionsgeschehen noch zwei weitere Tage beobachtet, sagte Prien. Am Mittwoch solle mitgeteilt werden, wie es dort an den Schulen ab dem 15. März weitergeht. "Das heißt auch, dass die Schulen sich auf eine mögliche Veränderung vorbereiten müssen", so die Ministerin. Für die Stadt Flensburg stellte sie Wechselunterricht in den Grundschulen in Aussicht, wenn der Inzidenzwert dort weiter fallen sollte.

Prien: Entwicklung im Herzogtum Lauenburg nicht eindeutig

Im Kreis Schleswig-Flensburg könnte es einen Wechsel in den Präsenzunterricht für die Klassen 1 bis 6 geben. Ausgenommen von dieser Option seien die Randgemeinden der Stadt Flensburg. Im Herzogtum Lauenburg sei die Entwicklung nicht eindeutig, sagte Prien: "Aber ein Wechsel in die Präsenz an den Grundschulen scheint möglich, wenn die Infektionszahlen dies hergeben. Gleiches gilt für einen Wechsel in den Wechselbetrieb an den weiterführenden Schulen."

Verschärfungen in Segeberg und Stormarn möglich

In den Kreisen Segeberg und Stormarn steigen aktuell die Infektionszahlen. "Das kann bedeuten - und das werden wir am Mittwoch entscheiden - dass wir an den Grundschulen in den Wechselunterricht zurückgehen müssen", erklärte Prien. Wenn es so käme, würden die Öffnungsschritte an den weiterführenden Schulen verschoben werden.

Klassen 5 und 6: Notbetreuung während Abschlussprüfungen

Noch in diesem Monat finden die ersten Abiturprüfungen und Prüfungen für den Ersten Allgemeinbildenden und Mittleren Schulabschluss statt. An den Prüfungstagen wird es in den Klassen 5 und 6 nur eine Notbetreuung geben. "Wo schul-organisatorisch mehr machbar ist, kann auch weiter Unterricht stattfinden. Aber hier haben die Abschlussklassen mit ihren Prüfungen auf jeden Fall Vorrang", erklärte Prien. Um die Prüfungen Corona-konform durchführen zu können, würde viel Raum und Personal benötigt. Grundschulen sind davon nicht betroffen.

Keine Änderungen für Abschlussklassen und Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf

Die Ministerin teilte mit, dass sich für die Abschlussklassen bis zu den Osterferien nichts ändern werde, da diese gut eingespielt sein. Auch für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf ändert sich vorerst nichts: Es solle weiterhin Wechselunterricht und Notbetreuung nach den individuellen Erfordernissen in allen Jahrgangsstufen stattfinden. Eltern der Schüler ab Klasse 7 haben laut Prien die Möglichkeit, ihre Kinder unkompliziert vom Präsenz- oder Wechselunterricht zu beurlauben.

Impfung für Lehrer - Selbsttests für Schüler

Außerdem können sich Beschäftigte an Grund- und Förderschulen ab Dienstag, 9. März, 17 Uhr, zur Impfung anmelden. Desweiteren erwartet Prien, dass in der nächsten Woche die ersten Selbsttests für Schülerinnen und Schüler an den Schulen eintreffen werden. Diese sollen zunächst für die Abschlussklassen und ältere Schüler verwendet werden. Das Land hat nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 1,2 Millionen Selbsttests geordert.

Prien fordert: Wissenslücken mit Lernmilliarde schließen

Durch den Unterricht auf Distanz seien bei einigen Schülern Lücken entstanden, sagte Bildungsministerin Prien. Um diese wieder zu schließen, fordert Prien ein groß angelegtes Nachhilfeprogramm in den Schulen. Daran sollen private Anbieter, Studierende und ehemalige Lehrkräfte beteiligt werden. "Was wir in Deutschland dringend brauchen, ist eine Lernmilliarde", sagte Prien. Eines der Kinder, dem so wieder auf die Sprünge geholfen werde, könne den Impfstoff für die nächste große Pandemie entwickeln.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.03.2021 | 17:00 Uhr

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