Eine medizinische Maske hängt in einem Klassenzimmer an einem Pult. © picture alliance/Eibner-Pressefoto/Fleig Foto: Fleig

Mehr Präsenzunterricht an Schulen in SH

Stand: 28.04.2021 17:43 Uhr

Bei einer Inzidenz von unter 50 an drei aufeinanderfolgenden Tagen sollen ab dem 3. Mai alle Schüler in Schleswig-Holstein wieder Präsenzunterricht bekommen. Das hat Bildungsministerin Karin Prien (CDU) bekannt gegeben.

In Regionen mit weniger als 100 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen sollen künftig alle Jahrgänge zumindest Wechselunterricht bekommen, sagte Prien heute Nachmittag. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 soll es in den Jahrgängen 1-6 Präsenz- und ab der Klasse 7 Wechselunterricht geben. Bei einer Inzidenz von unter 50 ist Prien zufolge überall Präsenzunterricht möglich. Die neuen Grenzwerte gelten jeweils drei Tage nach Überschreitung und fünf Tage nach Unterschreitung. "Damit erreichen wir, dass alle Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge auf jeden Fall ein Angebot im Wechselunterricht haben, solange die Inzidenz unter 100 liegt", sagte Prien. Selbstests sollen bei dieser Strategie eine zentrale Rolle spielen.

Prien zufrieden mit Teststrategie

Insgesamt zog die Ministerin ein positives Fazit der an den Schulen angelaufenen Teststrategie, die verbindlichen Tests würden gut angenommen. Das zeigt auch der Blick auf ein Dashboard, das jetzt vom Bildungsministerium online gestellt wurde. Danach wurden in der vergangenen Woche mehr als 155.000 Tests in den Schulen durchgeführt. Etwa 10.000 weitere zu Hause - beides ist möglich. Positiv getestet wurden 79 Schülerinnen und Schüler und sieben Lehrer.

Die Beschaffung und Verteilung der Tests nannte Prien allerdings eine große Herausforderung für Land und Schulträger. Grund sei, dass die Lieferanten nicht immer das lieferten, was zugesagt worden sei. Auch habe man Lieferungen erhalten, bei denen sich herausstellte, dass diese nicht für Grundschüler geeignet seien. Die Schulen mussten dann untereinander tauschen.

Bildungsministerin Karin Prien spricht bei einer Pressekonferenz. © NDR
AUDIO: Prien: Künftig mehr Präsenzangebote für Schüler (1 Min)

Schulen gehen unterschiedliche Wege bei Schnelltests

Die Testungen werden in den Schulen in Schleswig-Holstein zum Teil unterschiedlich gehandhabt. Das zeigt ein Beispiel aus Travemünde. Die Stadtschule hat dort die 200 Grundschüler in zwei Gruppen eingeteilt. Die Kinder testen sich an jeweils zwei Tagen im Klassenraum. Lehrkräfte, Schulbegleiter und Verwaltungspersonal beaufsichtigen sie dabei. "Die Kinder müssen aber sehr viel niesen und dadurch entstehen natürlich auch sehr viel Aerosole im Raum, weil die Kinder bei den Testungen natürlich keine Maske tragen. Für uns ist das in der Durchführung eine große Herausforderung, weswegen wir auch die Kinder in einem separaten Raum einzeln die Tests durchführen lassen", berichtet Schulleiter Michael Cordes.

Im Förde Gymnasium Flensburg führen die Kinder und Jugendlichen die Tests hingegen außerhalb der Schule zu Hause oder in Teststellen durch. Das klappe gut, allerdings würden die Kontrollen durch die Lehrer viel Zeit in Anspruch nehmen, erklärt eine Sekretärin der Schule. In der Goethe-Gemeinschaftsschule in Kiel werden die Selbsttests im Klassenraum durchgeführt. Bei den gut 400 Schülerinnen und Schülern funktioniere das nahezu reibungslos. Allerdings hätten 20 Elternpaare den Tests in der Schule nicht zugestimmt. Diese Kinder müssten sich außerhalb der Schule testen lassen oder im Homeschooling unterrichtet werden.

Landeselternbeirat zufrieden

Die meisten Eltern im Land würden sich aber über das Testangebot freuen, erklärt Claudia Pick vom Landeselternbeirat der Gymnasien: "Eltern erhoffen sich durch die Testpflicht ein bisschen mehr Sicherheit für den Schulbesuch ihrer Kinder. Wenn es alle zusammen in der Klasse durchführen, schafft das natürlich auch so etwas wie Verlässlichkeit." Nachteil sei allerdings, dass die Tests Zeit in Anspruch nehmen würden, die dann für den Unterricht verloren ginge. Durch immer mehr Routine werde sich der Zeitverlust aber in Grenzen halten, meint Pick.


28.04.2021 17:05 Uhr

In einer ersten Version des Artikels hieß es, dass bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 Grundschulen in den Präsenz- und weiterführende Schulen in den Wechselunterricht gehen sollen. Das Bildungsministerium hat sich inzwischen korrigiert. Die Unterscheidung liegt zwischen den Jahrgangsstufen 1-6 und den Jahrgangsstufen ab der 7. Klasse.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.04.2021 | 16:00 Uhr

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