Impfpriorisierung aufgehoben - aber nicht überall

Stand: 07.06.2021 17:44 Uhr

Jeder Schleswig-Holsteiner kann seit Montag beim Hausarzt oder Facharzt nach einem Corona-Impftermin fragen. Alter, Krankheit oder Beruf spielen ab sofort keine Rolle mehr.

Die Impfreihenfolge ist in Deutschland nun grundsätzlich aufgehoben. In den Impfzentren in Schleswig-Holstein bekommen allerdings vorerst weiter nur die Prioritätsgruppen eins bis drei eine Impfung, so hatte es das Gesundheitsministerium entschieden.

Auch der Vorsitzende des Hausärzteverbandes in Schleswig-Holstein, Thomas Maurer, dämpfte mögliche Erwartungen. Es ändere sich zunächst nichts, sagte er. "Wir haben ja immer noch eine Liste von etlichen Hundert Patienten, die in der Priorisierung sind, und die werden wir natürlich als erstes abarbeiten. Der befürchtete Ansturm auf Arztpraxen blieb am Montag aus. Zwar habe es in einigen Praxen zusätzliche Anrufe von Impfwilligen ohne Priorisierungsgruppe gegeben, teilte Maurer am Montagabend mit, viele Praxen hätten aber keinen zusätzlichen Andrang gemeldet.

Mobile Impfteams unterwegs

Damit aber trotzdem mehr Menschen schnell geimpft werden, schickt das Land Schleswig-Holstein mobile Impfteams raus. Die Teams sind vor allem für Menschen gedacht, die zum Beispiel keine Krankenversicherung haben und Schwierigkeiten haben, einen Impftermin zu bekommen. Auch eine Krankenkasse müssen die Patienten nicht nachweisen.

Derzeit sind die Teams in zehn Orten Schleswig-Holsteins unterwegs, zum Beispiel im Glückstädter Stadtteil Nord (Kreis Steinburg). Bürgermeisterin Manja Biel (CDU) hofft, dass das Projekt gut angenommen und nicht ausgenutzt wird. Denn auf Grund des niedrigschwelligen Angebots lasse sich nicht kontrollieren, ob wirklich nur Menschen, die in dem Stadtteil leben, zum Impfen kommen, sagte sie.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.06.2021 | 07:00 Uhr

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