Zahlreiche PCR-Testampullen werden in einem Labor bearbeitet. © picture-alliance Foto: Waltraud Grubitzsch

Corona in SH: Indische Mutante im Kreis Pinneberg bestätigt

Stand: 18.05.2021 10:50 Uhr

Im Kreis Pinneberg ist die sogenannte indische Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Wie der Kreis mitteilte, ergab ein Labortest, dass sich ein Reiserückkehrer aus Indien mit der Virusvariante infiziert hat.

Der Mann hatte sich nach seiner Rückkehr nach Deutschland vor zwei bis drei Wochen in Quarantäne begeben und dort Symptome entwickelt. Drei weitere Familienmitglieder haben sich ebenfalls mit der Corona-Virus-Variante B.1.617 infiziert, bestätigte auch Kreis-Sprecherin Silke Linne NDR Schleswig-Holstein: "Wir haben jetzt tatsächlich vier bekannte Fälle dieser Variante bei uns im Kreisgebiet."

Erster Nachweis in Schleswig-Holstein

Diejenigen, die davon betroffen seien, seien selbstverständlich in einer etwas verschärften Quarantäne, sagte Linne. "Es wird nochmal ganz genau geguckt, dass es wirklich gar keine Kontakte gibt." Weitere Ansteckungen hat es laut der Kreissprecherin offenbar nicht gegeben. Bei den Fällen in Pinneberg handelt es sich um die landesweit ersten Nachweise dieser Virusmutation: Das Landesgesundheitsministerium sagte auf Anfrage von NDR Schleswig-Holstein, dass ihm keine weiteren Fälle bekannt sind.

Variante wird in Großbritannien wichtiger

Die Virusvariante B.1.617, die zuerst in Indien nachgewiesen wurde, gilt als besonders ansteckend. Sie verbreitet sich derzeit gerade auch stark in Großbritannien und wird von den dortigen Behörden, dem deutschen Robert Koch-Institut und der WHO als "Variant of Concern" klassifiziert, als besorgniserregende Variante. In Deutschland ist sie noch sehr selten, wie aus dem 9. Bericht zu Virusvarianten des RKI hervorgeht. Der Virologe Christian Drosten erklärte im Podcast "Coronavirus Update" (Ausgabe 88), dass diese Variante sich vor allem gut verbreiten könne, wo viele Menschen geimpft seien - weil B.1.617 etwas besser damit zurecht komme, als etwa die britische Mutante B.117.

Drosten: "Wir sind nicht wehrlos"

Das Coronavirus © CDC on Unsplash Foto: CDC on Unsplash
AUDIO: (88) Impfmission possible (98 Min)

Drosten rechnet damit, dass deshalb im Herbst diese Variante auch in Deutschland eine Rolle spiele wird. Er beruhigt allerdings: "Das bedeutet aber überhaupt nicht, dass das eine Riesengefahr für uns darstellt." Man können dagegen animpfen. "Wir sind nicht mehr so wehrlos wie letztes Jahr um diese Zeit", sagte Drosten.

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