Ein Arzt zieht eine Spritze mit einem Impfstoff aus einer Ampulle auf. © imago images/Bihlmayerfotografie

Corona in Norderstedter Pflegeheim: Laut Heimleiterin hohe Impfquote

Stand: 19.10.2021 17:25 Uhr

Nachdem sich in einem Pflegeheim in Norderstedt 60 Bewohner und 15 Mitarbeiter mit den Coronavirus infiziert haben, hat sich nun die Heimleitung zu der Frage geäußert, warum einige der infizierten Mitarbeiter nicht geimpft sind.

Niemand dürfe zur Impfung gezwungen werden, sagte die Leiterin des Heims "Hog'n Dor" NDR Schleswig-Holstein. Bei den acht ungeimpfen Mitarbeitern, die sich infiziert haben, habe es bei mindestens drei den ärztlichen Rat gegeben, sich nicht impfen zu lassen. Die Impfquote bei den insgesamt 70 Mitarbeitern sei hoch. Insgesamt hatten sich 15 Mitarbeiter nachgewiesenermaßen infiziert.

60 Bewohner mit Corona-Infektion

Von den 76 Bewohnern des Heimes sind nach Angaben des Kreises Segeberg 60 mit dem Corona-Virus infiziert. Von den infizierten Heimbewohnern seien drei nicht geimpft, teilte die Kreisverwaltung am Montag mit.

Ursache für den Ausbruch noch unklar

In dem Heim waren schon Anfang des Monats einzelne Corona-Fälle bekannt geworden. Als die Zahl der Infizierten zunahm, veranlasste der Kreis, dass alle Bewohner und das gesamte Personal getestet werden. Wie es zu dem Ausbruch gekommen ist, wird noch untersucht. Aktuell werden im Heim "Hog'n Dor" keine neuen Bewohner aufgenommen, auch Besuche sind nicht möglich.

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Gesundheitsamt: Milde Verläufe dank Impfung

Dass es bisher fast ausnahmslos milde Verläufe bei den Senioren gebe, zeige, wie effektiv die Impfung sei, kommentierte Arzt Christian Herzmann vom Gesundheitsamt des Kreises. "Sie verhindert zwar nicht in jedem Fall eine Infektion, schützt aber dennoch sehr gut vor schweren Verläufen", sagte er. Auch der Direktor des Instituts für Immunologie am UKSH, Alexander Scheffold, beurteilt die Wirksamkeit der Impfung als sehr gut. Unter ungeimpften älteren Leuten würde man schwere Verläufe und gar Todesfälle erwarten, sagte er NDR Schleswig-Holstein.

Impfwirkung hält im Alter natürlicherweise nicht so lange an

Überrascht ist er von den Infektionen unter den geimpften Heimbewohnerinnen und -bewohnern nicht. "Es ist lange bekannt, dass bei jungen Leuten jede Impfung deutlich besser funktioniert und auch langanhaltender", sagte Scheffold. Bei Älteren lasse die Immunfunktion nach. Die Schutzwirkung sei da, halte aber gegebenenfalls nicht so lange an. Deshalb sei für diese Altersgruppe eine dritte Booster-Impfung ein Thema.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.10.2021 | 13:00 Uhr

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