Stand: 18.04.2020 05:00 Uhr

Corona führt zu großen Schwierigkeiten bei Hospizarbeit

Sie wollen Trost spenden und Schwerkranken in den letzten Tagen des Lebens die Angst vor dem Tod nehmen - oder diese zumindest lindern. Aktuell gibt es in Schleswig-Holstein etwa 2.000 ehrenamtliche Hospizbegleiter. Doch im Moment ist ihre Arbeit aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt möglich. Denn aufgrund der strikten Einlassbeschränkungen für Pflegeheime und stationäre Einrichtungen bleiben die Türen für sie zu. Zugang gibt es nur mit einer Sondererlaubnis. Und auch Hausbesuche finden wegen der Ansteckungsgefahr kaum noch statt.

Zwei Risikogruppen treffen aufeinander

Die Ehrenamtler wollen die Menschen, die sie betreuen, nicht zusätzlich gefährden. Auch viele Begleiter gehören aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe. Eine schwerkranke Krebspatientin aus dem Raum Flensburg beschreibt ihre Situation so: Das Heim dürfe sie nicht verlassen und es käme auch niemand rein. Vor einem Monat hätte sie noch wöchentlich Besuch von einer Hospizhelferin bekommen. Jetzt würden sie nur noch telefonieren. "Das ist eigentlich sehr schade, weil wir wirklich ein gutes Verhältnis hatten", sagt die Krebspatientin.

Telefonate und Videoanrufe sind keine Alternative

Telefonate und Videoanrufe sind kein vollwertiger Ersatz, meint Claudia Ohlsen vom Hospiz- und Palliativverband Schleswig-Holstein. "Viele Hospizvereine haben sofort gesagt, durch die Erlasse ist quasi unsere Arbeitsgrundlage ad acta gelegt", sagt Ohlsen. Man könne viel telefonisch machen, das ersetze aber nicht den persönlichen Kontakt, der stark durch Gestik und Mimik geprägt sei. Inzwischen wurden 50 Tablets für Videotelefonate gespendet und es sollen noch mehr werden. Doch auch diese Art der Kommunikation ist nicht für jeden Betreuten geeignet.

Existenzbedrohung für Hospizvereine

Außerdem gehen den Hospizvereinen Einnahmen verloren, denn die Krankenkassen vergüten nur den Einsatz vor Ort. Die Ehrenamtlichen bekommen die Fahrtkosten erstattet - das Geld für ihre Arbeit nutzen die Vereine normalerweise, um Qualifizierung und Koordination zu bezahlen. Nach eigenen Angaben stünden einige Hospizvereine vor dem Aus, wenn der Zustand anhält.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.04.2020 | 08:00 Uhr

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