Corona behindert Feuerwehrausbildung

Stand: 16.11.2020 14:12 Uhr

Noch im März waren die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Treia optimistisch, dass Corona keine größeren Auswirkungen auf ihre Arbeit haben wird. Das hat sich inzwischen geändert.

Ein kleiner Ort im Kreis Schleswig-Flensburg mit etwa 60 Mitgliedern in der Freiwilligen Feuerwehr: Treia. Viele von ihnen arbeiten auswärts, sind also nicht bei jedem Einsatz vor Ort. Deshalb muss im Idealfall jeder alles können - und das muss regelmäßig geübt werden. Theoretisch. Momentan fallen wegen der geltenden Beschränkungen alle Trainings weg. Auch das persönliche Miteinander fehlt dem stellvertretendem Wehrführer Stephan Peltzer: "Wir haben seit acht Monaten diese Einschränkung, mehr oder weniger. Und so manchen Kameraden hab ich auch schon seit längerer Zeit nicht mehr ausreichend gesehen. Es ist unheimlich schwierig. Im Einsatz können wir nicht jeden Fragen, wie es ihm heute geht."

"Wir müssen uns Gedanken machen"

Der zuständigen Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) ist das Problem durchaus bewusst: "Wenn sich das noch länger hinziehen sollte, müssen wir uns natürlich Gedanken darüber machen, ob man Kleinwehren das Üben erlauben kann." Allerdings gibt sie zu Bedenken, dass die ganze Wehr ausfallen kann, sobald es eine Corona-Infektion unter den Mitgliedern geben sollte.

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Feuerwehr ist für e-Learning

Feuerwehrmann Peltzer ist für eine Regelung, die sich danach richtet, wie hoch die Fallzahlen in der jeweiligen Gemeinde sind. Auch für die Ausbildung des Nachwuchses braucht es Ideen, sagt er. Aktuell gibt es in Treia sieben junge Mitglieder, die auf Lehrgänge warten, ohne die sie nicht in den Einsatz dürfen. Die Lehrgangskapazitäten wurden nach Angaben von Stephan Peltzer um etwa die Hälfte reduziert. Diesen Stau würde er gerne, nach Vorbild von Unis und Schulen, im e-Learning abbauen. Natürlich dürfe die praktische Ausbildung nicht fehlen, aber der theoretisch Teil könnte mit Videos zu Hause oder in kleinen Gruppen auf der eigenen Wache gelernt werden.

Innenministerin Sütterlin-Waack ist dieser Idee gegenüber aufgeschlossen: "Man muss sich so ein Konzept ganz genau angucken. Aber wenn es um einen reinen theoretischen Teil der Ausbildung geht, würde ich sagen, das sollte man auf jeden Fall mal wohlwollend prüfen." Stephan Peltzer hofft, dass jetzt zügig solche Konzepte in der Feuerwehrschule Harrisslee erarbeitet werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 14.11.2020 | 19:30 Uhr

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