Gegenlichtaufnahme von grünen Viren, die um eine Gruppe von tanzenden Menschen schweben. © Menschen Corona Fotolia_psdesign photocase_joexx Foto: Menspsdesign joexx

Corona auf Sylt: Gäste werden getestet

Stand: 12.10.2020 14:06 Uhr

Erste Corona-Tests wurden am Montag bei Menschen durchgeführt, die in der Nacht zum 4. Oktober ein Bistro auf Sylt besucht hatten. Unter den Gästen war ein Infizierter.

Zahlreiche Personen sind der Bitte des Kreises Nordfriesland am Wochenende gefolgt, sich zu melden, sofern sie zwei Wochenenden zuvor im Lokal "American Bistro" in Westerland gewesen sind. Binnen 24 Stunden gingen mehr als 200 Anrufe und über 50 E-Mails ein. Etwa 100 Personen davon waren tatsächlich im fraglichen Zeitraum dort. Bei 83 davon handelt es sich um Sylter. 19 Personen kommen nicht aus Schleswig-Holstein und müssen in ihren Heimatgebieten auf Corona getestet werden.

Mit zwei Teams war das Kreisgesundheitsamt und die Kassenärztliche Vereinigung auf Sylt und testete die 83 betroffenen Personen bis zum frühen Abend. Die Testergebnisse werden voraussichtlich am Mittwoch erwartet.

War es ein "Superspreader"-Abend?

Mitte der Woche wurde ein Mann positiv auf das Coronavirus getestet. Es stellte sich heraus, dass er vor dem Testergebnis das beliebte Lokal auf der Insel aufgesucht hatte. Dort wurden womöglich die Abstands- und Hygieneregeln nicht richtig eingehalten. Nach seiner Schilderung haben sich gleichzeitig mit ihm zwischen 70 und 100 Personen in dem Bistro aufgehalten. Die Suche nach den weiteren Gästen gestaltete sich schwierig, weil der Betreiber des Restaurants nur unvollständige und größtenteils fehlerhafte Kontaktdatenlisten vorlegen konnte.

Kein Bußgeld wegen falscher Kontaktdaten

Wie der Kreis weiter bekannt gab, wird auf ein Bußgeld wegen falscher Kontaktdaten in diesem Fall verzichtet. "Uns ist es jetzt nur wichtig, die Ausbreitung des Virus zu stoppen", sagte Nina Rahder, die Leiterin des Fachbereiches Sicherheit, Gesundheit und Veterinärwesen der Kreisverwaltung Nordfriesland. Es werde jetzt aber ermittelt, inwieweit der Betreiber des Lokals gegen die aktuellen Corona-Regeln verstoßen habe. Außerdem wird gerade geprüft, ob der Betreiber tatsächlich Schuld hatte an der fehlerhaften Besucherliste. Offenbar benutzte er, laut Kreis, ein elektronisches System, bei dem die Gäste aufgefordert werden, einen QR-Code mit der Kamera ihres Handys abzuscannen. Dieses System könnte unter Umständen ausgerechnet an diesem Abend versagt haben. Er habe vorerst sein Bistro freiwillig geschlossen. Laut Rahder ist nicht ausgeschlossen, dass auch die Mitarbeiter einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt waren und ebenfalls getestet werden müssen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.10.2020 | 14:00 Uhr

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