Stand: 05.08.2020 06:12 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Corona: Ministerin mit Details zum neuen Schuljahr in SH

Karin Prien, CDU, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein.  Foto: Gino Laib
Zum Ende der Sommerferien gibt Bildungsministerin Prien weitere Details für das neue Schuljahr unter Corona-Bedingungen bekannt.

Am Montag startet das neue Schuljahr 2020/2021 in Schleswig-Holstein. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hält einen Regelbetrieb an den Schulen auch in Corona-Zeiten für möglich. Die Schulen in Schleswig-Holstein seien dafür gut vorbereitet, sagte Prien, die am Mittwoch weitere Details für das neue Schuljahr unter Corona-Bedingungen bekannt geben hat. NDR.de hat die Pressekonferenz im Online-Livestream übertragen.

Die Schulen seien derzeit noch in den letzten Vorbereitungen für das neue Schuljahr, heißt es aus dem Bildungsministerium. Das gelte sowohl für die Umsetzung der Hygieneregeln als auch für die verstärkten digitalen Unterrichtsmöglichkeiten.

Letzte Vorbereitungen laufen

Laut einer Ministeriumssprecherin sollen in dieser Woche die Schulen die Eltern anschreiben. In dem Informationsschreiben werden sie noch einmal genau über die Hygieneregeln informiert. "Die wichtigste Regel ist: Ihr Kind darf nicht in die Schule gehen, wenn es krank ist oder auch nur leichte Grippesymptome zeigt."

Außerdem wird auf die Quarantänepflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten aus dem Ausland hingewiesen. Dem Schreiben ist ein Belehrungsformular beigefügt, das die Eltern unterschreiben und deren Kinder in der ersten Schulwoche in der Schule abgeben sollen. Unklar ist noch, wie viele Lehrer zum Schuljahresstart vom Präsenzunterricht befreit werden, weil sie zu Corona-Risikogruppen gehören.

Rund 20 Lehrkräfte wollen klagen

Allerdings haben wenige Tage vor dem Start des neuen Schuljahres rund 20 Lehrer Klage gegen das Verhalten des Bildungsministeriums eingereicht. Das hat die Lehrergewerkschaft GEW bekannt gegeben. Die Landesvorsitzende der GEW, Astrid Henke, sagte, sorgenvoll würden Angehörige von Risikogruppen dem Schulstart entgegenblicken. Das Land zwinge sie trotz teilweise schwerer Vorerkrankungen ungeschützt in den Präsenzunterricht. Das sei unverantwortlich, hieß es weiter.

Eine Lehrern steht neben einer Tafel in einem Klassenraum ohne Schüler. © NDR

AUDIO: Lehrer in SH klagen wegen Corona (1 Min)

Mehr als 1.600 Atteste von Lehrkräften

Die GEW wirft Bildungsministerin Prien einen hartherzigen Umgang mit Lehrkräften vor, die zu einer Risikogruppe gehören. Laut Lehrergewerkschaft haben mehr als 1.600 Lehrkräfte im Land Atteste ihrer Haus- oder Fachärzte vorgelegt. Ganze 32 von ihnen seien vom betriebsärztlichen Dienst als schutzbedürftig anerkannt worden, so Henke. Bildungsministerin Prien hatte mit Blick auf die niedrigen Infektionszahlen im Land gesagt, es gebe bisher keine Hinweise, dass der Arbeitsort Schule gefährlicher sei als andere Arbeitsplätze. Man habe die Situation aber im Blick und überprüfe sie regelmäßig, so die Ministerin.

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Die Schüler sitzen im Klassenraum und tragen einen Mund-Nase-Schutz. © Picture Allaince Foto: Sven Hoppe

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Das Bildungsministerium empfiehlt dringend, dass Kinder in den ersten zwei Wochen in der Schule eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Außerdem müssen Eltern ein Merkblatt unterschreiben und zurück an die Schulen geben. mehr

Schüler sollen Maske tragen

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern verzichtet Schleswig-Holstein zum neuen Schuljahr auf eine allgemeine Maskenpflicht in den Schulen. Es gelte aber die "dringende Empfehlung, in den ersten beiden Schulwochen in der Schule eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen", sagte Prien. Diese dringende Empfehlung bezieht sich auf die Schulgebäude, den Schulhof und auch auf den Unterricht. Ausgenommen sind nur die Jahrgangsstufen 1 bis 6. Über die zwei Wochen hinaus gilt die Empfehlung grundsätzlich für die Laufwege in der Schule, die Pausenräume und den Schulhof. In Schulbussen und öffentlichen Verkehrsmitteln muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, solange die Maskenpflicht gilt.

SPD: Schulchaos droht sich fortzusetzen

Die schleswig-holsteinische SPD wirft der Bildungsministerin bei der Vorbereitung des neuen Schuljahres unter Corona-Bedingungen Versäumnisse und Versagen vor. "Die Ferienzeit wurde nicht gut genutzt, das Chaos droht sich fortzusetzen", sagte die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli am Dienstag. "Eltern, Lehrkräfte und Schülerschaft schauen besorgt auf mangelhafte Vorbereitung und den immer schroffer werdenden Umgang der Bildungsministerin." Die SPD präsentierte ein eigenes Konzept zum neuen Schuljahr - einen Tag vor der PK von Ministerin Prien. Es sieht unter anderem bis Herbst Unterricht im Freien vor, eine schnellere Ausstattung von Schulen und Schülern fürs digitale Lernen sowie kostenlose Plexiglas-Visiere und FFP2-Masken für Schulbeschäftigte.

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Bildungsministerin Karin Prien auf einer Pressekonferenz © NDR Foto: Janis Röhlig

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.08.2020 | 17:00 Uhr

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