Corona-Tests für Kita- und Schulpersonal zunächst bis Ostern

Stand: 16.02.2021 17:04 Uhr

In Schleswig-Holstein soll sich Kita- und Schulpersonal künftig zweimal wöchentlich kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Nächste Woche werden sich Kitas und Grundschulen wieder füllen.

Nach der Ankündigung der Landesregierung, für das Personal in Kitas und Schulen zwei Corona-Tests pro Woche anbieten zu wollen, hat das Kabinett am Dienstag über Möglichkeiten der Umsetzung beraten. Klar ist, dass die Tests kostenlos und anlassunabhängig angeboten werden sollen, zunächst bis Ostern. Wie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) via Facebook mitteilte, solle das bei vielen Apotheken, den Vertragsärzten und an den Teststationen möglich sein.

Auch für Horte, Ganztagsschulen und Kindertagespflege

Das Angebot soll auch für Beschäftigte in Horten, der offenen Ganztagsschule und der Kindertagespflege gelten. Das Land wird nach eigenen Angaben etwa 17 Millionen Euro bereitstellen. Die Strategie solle laufend an die aktuelle Entwicklung angepasst werden.

Infektiologe sieht Schnelltests als "zusätzlichen Baustein"

Für Prof. Dr. Jan Rupp, Direktor der Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie am UKSH-Standort in Lübeck, sind die angedachten Schnelltests für Erzieher und Erzieherinnen, Lehrer und Lehrerinnen "ein zusätzlicher Baustein". Dadurch dürfe nun nicht alles Erlernte über Bord geworfen werden. Wer Symptome habe, solle natürlich weiterhin möglichst zu Hause bleiben, so Rupp. Außerdem, so der Infektiologe, müsse man auch in der Familie streng darauf achten, ob jemand Symptome hat. Falls dies der Fall sei, sollten sich sowohl Eltern als auch Kinder frühzeitig beim Haus- oder Kinderarzt testen lassen.

GEW: Volle Grundschulen und Kitas verantwortungslos

Vom kommenden Montag (22.2.) an öffnen in Schleswig-Holstein wieder Grundschulen und Kitas im Corona-Regelbetrieb. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nannte es verantwortungslos, die Kitas mit voller Besetzung in den Regelbetrieb zu schicken. Sie hätte sich einen behutsamen Start mit halbierten Gruppen gewünscht. Bei einer nicht repräsentativen Befragung durch die GEW gaben demnach 85 Prozent der Befragten, die in Kitas arbeiten, an, sie seien nicht ausreichend vor einer Corona-Infektion geschützt.

"Studien zeigen, dass Kinder Infektionen von zu Hause mitbringen"

Zu vereinzelten Forderungen von Lehrern, doch möglichst auch alle Schüler testen zu lassen, sagte UKSH-Infektiologe Rupp: "Auch in größeren Studien wurde jetzt gezeigt, dass meistens die Kinder die Infektion von zu Hause mit in die Schule bringen und es dort dann auch symptomatische Elternteile gibt." Eltern mit Symptomen müssten frühzeitig zum Arzt gehen und sich testen lassen, so Rupp.

Und auch wenn der Schnupfenplan es zulasse, ein schnupfendes Kind in die Kita oder Schule gehen zu lassen, müsse dieses Kind im Falle von symptomatischen Eltern natürlich zu Hause bleiben, bis das Testergebnis vorliegt, sagte Rupp, der an die Verantwortung der Eltern appellierte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.02.2021 | 17:00 Uhr

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