Ein Mitarbeiter in einem Corona-Testzentrum hält einen Corona-Test durch eine Lucke. © rtn - radio tele nord Foto: Peter Wuest

Corona: Stormarn und Ostholstein überschreiten Grenzwert

Stand: 22.10.2020 08:56 Uhr

Nach der Stadt Neumünster und Dithmarschen haben jetzt auch Stormarn und Ostholstein den 35er-Inzidenzwert bei Corona-Neuinfektionen überschritten. Sie müssen nun Maßnahmen ergreifen.

Der sogenannte Sieben-Tage-Inzidenzwert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert haben. In Stormarn lag dieser Wert laut Kreisverwaltung am Mittwoch bei 38,1 - und damit über dem Warnwert von 35. Inzwischen liegt er laut Landesmeldestelle zwar wieder unter 30, doch die Maßnahmen bleiben bestehen. Auch in Ostholstein ist der Wert überschritten - er liegt heute bei 35,4. Landrat Reinhard Sager (CDU) sagte am Morgen, es werde in Abstimmung mit dem Land geprüft, ob neue Corona-Regeln begrenzt auf Timmendorfer Strand eingeführt werden könnten. Allein dort sind etwa 30 Mitarbeiter eines Hotels infiziert.

Beschränkungen im öffentlichen und privaten Raum

Der Erlass des Landes sieht unterschiedliche Maßnahmen vor - je nachdem, ob das Virus in der Bevölkerung breit zirkuliert oder nur lokal an einem Ort Infektionen auftreten. In Stormarn dürfen künftig im öffentlichen Raum maximal 25, im privaten Raum höchstens 15 Personen an einer Feier teilnehmen. In der Gastronomie gilt demnach eine Sperrstunde ab 23 Uhr. Auf Marktplätzen und in Fußgängerzonen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Sollten die Zahlen weiter ansteigen und den nächsten Grenzwert von 50 überschreiten, greifen zusätzliche Maßnahmen.

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Die Stadt Neumünster war die erste in Schleswig-Holstein, die den Sieben-Tage-Inzidenzwert von 35 überschritten hatte. Inzwischen ist dort die Zahl auf 38,7 pro 100.000 Einwohner gestiegen.

Dithmarschen: Schutzmaßnahmen nur in Heide

Am Dienstag knackte als erster Kreis Dithmarschen die Warnschwelle - mit einem Inzidenzwert von 36, der sich inzwischen auf 44,3 erhöht hat. Dort sollen die vom Land vorgesehenen Schutzmaßnahmen allerdings nicht im ganzen Kreis, sondern zunächst nur in der Stadt Heide gelten. Dithmarschens Landrat Stefan Mohrdieck (parteilos) begründete dies damit, dass die meisten Fälle in der Kreisstadt registriert worden seien. Dort hatten sich unter anderem mehrere Personen auf einer Station im Westküstenklinikum (WKK) und in einer Tagespflege-Einrichtung für Senioren angesteckt. "In der Region drum herum sind es wirklich nur Einzelfälle", sagte Mohrdieck im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein.

Land berät über Beherbergungsverbot

Über das aktuelle Infektionsgeschehen in Schleswig-Holstein berät die Landesregierung heute mit Experten. Dabei soll es auch um das sogenannte Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots gehen. Zurzeit dürfen Touristen aus Risikogebieten nur dann in Hotels oder Ferienwohnungen übernachten, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen. Dies gilt für Reisende aus Gebieten ab 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Die Regelung ist innerhalb der Regierungskoalition umstritten und wird auch von der SPD abgelehnt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.10.2020 | 08:00 Uhr

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