Stand: 25.05.2020 21:02 Uhr

Schulstart für weitere Klassen geht mit Kritik einher

Grundschüler an der Grundschule Tannenweg in Glinde stehen in markierten Abständen in einer Schlange vor dem Schulgebäude. © NDR Foto: Tobias Senff
Auch an dieser Grundschule in Glinde im Kreis Stormarn hieß es am Montagmorgen: Einlass nur nach und nach.

Nach der coronabedingten Zwangspause ist der Unterricht für weitere Schulklassen am Montag wieder gestartet. Das gilt für die Jahrgänge 1 bis 3 an den Grundschulen sowie die Jahrgänge 8 bis 12 an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien - jedoch erstmal nur tageweise. Ebenfalls seit Montag sind Nachmittagsangebote für Schüler wieder möglich. Auch die Schulmensa darf bei Bedarf öffnen. Die Berufsschulen setzen die Prüfungen fort und können parallel auch Unterricht abhalten. Alles sei normal angelaufen, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums.

Prien: Von Regelunterricht "ein Stückweit entfernt"

Wer wie oft kommen darf, ist unterschiedlich und hängt vom Platz an der jeweiligen Schule ab. So gibt es zum Beispiel Grundschulen, an denen Zweitklässler lediglich zwei Stunden Unterricht pro Woche haben. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verteidigte diesen langsamen Kurs der Öffnung. Von einem Regelunterricht sei man in Schleswig-Holstein noch "ein Stückweit entfernt", sagte sie. Durch zwingende Hygienemaßnahmen und die Abstandsregeln hätten die Schulen keine andere Möglichkeit. Kleine Gruppen müssten zurzeit eingehalten werden und verschiedene Klassen dürften nicht aufeinandertreffen.

Stellungnahme von medizinischen Fachgesellschaften

Fünf medizinische Fachgesellschaften fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme hingegen, dass am besten alle Kinder zurück in die Schulen sollen. Sie befürchten, dass Kinder und Jugendliche sonst soziale und gesundheitliche Schäden davontragen. Auch Kinderarzt Dr. Sebastian Groth vom Landesverband der Kinder- und Jugendärzte befürwortet diese Forderung nach einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen: "Ich bin sehr einverstanden damit - allerdings natürlich unter strengen Auflagen und strengen Kontrollen."

Unterricht konzentriert sich vorerst auf die Kernfächer

Laut Bildungsministerium kann nicht die komplette Stundentafel stattfinden. Denn in den Klassenräumen müssen Mindestabstände und Hygienevorschriften eingehalten werden. Deshalb hieß es: Raumpläne machen, Richtungspfeile aufkleben und Schilder anbringen, welche Toilette für wen gedacht ist. Vorerst soll sich der Unterricht auf die Kernfächer Deutsch, Mathematik und Englisch konzentrieren.

Letzte Öffnungsphase startet in einer Woche

Bereits in der kommenden Woche steht dann die vierte Öffnungsphase an. Dann folgen die noch verbliebenen Jahrgänge 5 bis 7 an den Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Bildungsministerin Prien hatte das Ziel verkündet, dass ab 1. Juni alle Jahrgänge zumindest zeitweilig wieder Präsenzunterricht erhalten.

Nach den Sommerferien? Verschiedene Szenarien

Viele Schüler und Eltern machen sich auch schon Gedanken, wie es nach den Sommerferien weitergeht. Die Antwort der Ministerin: "Wir bereiten verschiedene Szenarien vor. Wenn es irgendwie geht, wird es einen Regelbetrieb geben. Ansonsten werden wir Abstufungen vorsehen und darüber natürlich rechtzeitig unterrichten."

Die Hoffnung auf normalen Schulbetrieb ist also da - nur garantieren kann ihn derzeit niemand.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 25.05.2020 | 19:30 Uhr

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