Stand: 02.05.2020 14:16 Uhr

Corona: Sanitäter im Vollschutz zum Einsatz

Die Corona-Pandemie hat nicht nur Auswirkungen auf die Arbeit von Pflegern und Ärzten im Krankenhaus - sondern auch bei Sanitätern im Rettungswagen. Auf der Hauptwache der Flensburger Berufsfeuerwehr gibt es strenge Sicherheitsvorschriften. Für jedes Rettungsteam der Stadt stehen Boxen mit Wechselkleidung und Einsatzgeräte bereit. Nach einem Corona-Einsatz muss das Equipment intensiv gereinigt werden. "Wenn wir einen Corona-Verdacht oder einen bestätigten Fall gefahren haben, dann wird das Auto komplett desinfiziert", erzählt Lene Jöns, die eine Ausbildung als Rettungssanitäterin macht.

Gut vorbereitet zum Rettungseinsatz

Auch wenn sie mit ihrem Team zu einem Rettungseinsatz gerufen werden, müssen sie vorbereitet sein. Denn der Patient könnte an Corona erkrankt sein. Bei einem Verdachtsfall müssen die Sanitäter Vollschutz tragen: Dazu gehören ein Schutzanzug, spezielle Masken oder eine Schutzbrille. "Und wenn es ein normaler Fall ist, dann tragen wir den üblichen OP-Mundschutz", erzählt Jöns. Nach dem Einsatz wird der Schutzanzug dann mehrmals verpackt im Sondermüll entsorgt.

Schwerwiegende Folgen bei Corona-Infektion im Team

Bislang gab es innerhalb des Rettungsteams noch keine Corona-Infektionen. Das hätte schwerwiegende Folgen, erklärt die Leiterin des Rettunsdienst Sabine Schult: "Das größte Szenario ist, dass wir vielleicht ein ganzes Team mit neun Leuten in eine Quarantäne schicken müssen - vielleicht, weil sie nicht mal krank sind, aber mit dem infizierten Kollegen Kontakt hatten. Das würde heißen, dass wir ein ganzes Fahrzeug nicht mehr laufen lassen können."

Deshalb sind acht Rettungsteams der Flensburger Berufsfeuerwehr zur Zeit nicht gemeinsam in der Hauptwache, sondern getrennt voneinander in Ferienwohnungen untergebracht. Hier kann Lene Jöns mit ihren Kollegen auch mal kurz durchschnaufen - mit dem nötigen Sicherheitsabstand.

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Schleswig-Holstein Magazin | 02.05.2020 | 19:30 Uhr

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