Die Disco Joy begeistert tanzlustige Menschen. © NDR Foto: screenshot/SH MAG

Corona: Quarantäne für alle Besucher von drei Discos in SH

Stand: 30.12.2021 17:10 Uhr

Es gibt weitere Omikron-Fälle in Diskotheken nach Weihnachtspartys in Schleswig-Holstein. In Trittau sind bei Besuchern des "Fun-Parc" mehrere Fälle bestätigt worden. Für das "Joy" in Henstedt-Ulzburg gibt es inzwischen 28 bestätigte Fälle und im Kieler "Max" mindestens einen.

Etwa 820 Menschen, die an Heiligabend und am ersten Weihnachtstag im "Joy" in Henstedt-Ulzburg waren, müssen sich sofort in Quarantäne begeben. Das hat der Kreis Segeberg mitgeteilt. Das Gleiche gilt auch für die Besucher des "Fun-Parc" in Trittau. Hier könnten sogar mehr als 1.000 Menschen miteinander gefeiert haben, heißt es vom Kreis Stormarn. Die Besucher des Kieler "Max" wurde nach mindestens einem bestätigtem Omikron-Fall am ersten Weihnachtsfeiertag ebenfalls aufgefordert, sich in Quarantäne zu begeben. Nach Angaben der Stadt gilt diese Aufforderung für alle Personen, die sich zwischen 23.30 und 3.30 Uhr in dem Nachttheater aufgehalten haben.

In allen drei Fällen müssen sich auch Geimpfte und Genesene für 14 Tage isolieren. Hintergrund ist, dass die Omikron als deutlich ansteckender gilt als bisherige Corona-Varianten. Die Quarantäne dürfe erst auf behördliche Anordnung hin verlassen werden. Für Mitglieder eines Haushalts von engen Kontaktpersonen gilt die Quarantäne-Anordnung laut dem Kieler Amt für Gesundheit nicht. Eine Kontaktreduktion werde aber auch hier empfohlen.

Viele Besucher dank Kartenvorverkauf bekannt

Das Gesundheitsamt und die Betreiber der Diskotheken versuchen jetzt alle Gäste der Veranstaltungen zu erreichen. Im Fall des "Joy" seien seit gestern insgesamt 622 E-Mails an Gäste geschickt worden, sagte Betreiber Joey Claussen NDR Schleswig-Holstein. "Wir haben glücklicherweise für beide Events den Vorverkauf gehabt und konnten die Daten auch schon an das Gesundheitsamt weiterleiten", meinte Claussen. Probleme gebe es noch bei den 200 Gästen, die über die Abendkasse reingekommen seien. Die Luca-App sei laut Landesverordnung nicht Pflicht - deshalb sei es hier schwierig, Kontakt aufzunehmen, erklärt der Betreiber des "Joy".

Die Kreise Segeberg und Stormarn sowie die Stadt Kiel rufen alle, die sich auf einer der Partys aufgehalten haben, auf, sich bei dem Gesundheitsamt zu melden, das für den eigenen Wohnort zuständig ist.

Keine Maskenpflicht - aber 2G plus

Bei den zwei Veranstaltungen im "Joy" musste keine Maske getragen werden, auch Abstandsregeln galten nicht. Nach Einschätzung des Infektionsschutzes sind die Einlasskontrollen, also die Überprüfungen der 2G-Plus-Regelung, korrekt und gewissenhaft durchgeführt worden. "Wir haben seit September alle geltenden Vorgaben umgesetzt und unser Möglichstes getan, um eine Situation wie diese zu verhindern", so Claussen. "Aber wir wussten immer, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt und nun müssen wir gemeinsam versuchen, größeren Schaden zu verhindern."

Positive Tests nach Party im "Roten Kliff"

Auch nach einer Party im Club "Rotes Kliff" in Kampen auf Sylt am Heiligabend sind mehrere Corona-Fälle gemeldet worden. Der Kreis Nordfriesland teilte mit, dass es bei zwölf der rund 120 Gäste inzwischen positive PCR-Tests gebe. Anders als im Kreis Segeberg wurde auf Sylt aber nicht für alle Gäste Quarantäne angeordnet. Laut Kreisgesundheitsamt betrifft das hier in erster Linie die positiv getesteten Menschen - also die zwölf Gäste mit positivem PCR-Test, eine noch unbekannte Zahl an Menschen mit positivem Schnelltest und deren direkte Kontaktpersonen.

Kreis versucht, Kontakte nachzuverfolgen

Eine Sprecherin des Kreises Nordfriesland sagte NDR Schleswig-Holstein, die Kontaktnachverfolgung gestalte sich schwierig, weil Gäste in der Gastronomie keine Daten mehr hinterlassen müssten. Allerdings hat die Nachricht über den Corona-Ausbruch auf der Insel schnell die Runde gemacht - rund 100 Partybesucher oder Menschen, die Kontakt zu ihnen hatten, haben sich inzwischen auf Sylt testen lassen.

Der Kreis Nordfriesland hatte am Mittwoch darauf verwiesen, dass er als einer der wenigen Kreise im Land bisher noch weitgehend komplett Kontaktpersonen ermittele. Nach den Vorgaben des Landes solle dagegen nur noch eine sehr eingeschränkte Kontaktpersonenermittlung erfolgen. Beim Gesundheitsamt Nordfriesland geht man davon aus, dass sich die Gäste in Kampen mit der Omikron-Variante infiziert haben - bestätigt ist das aber noch nicht. Der Club hat Konsequenzen gezogen und bleibt vorerst geschlossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.12.2021 | 17:00 Uhr

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