Stand: 08.07.2020 10:26 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Corona-Pandemie macht Jugendherbergen in SH zu schaffen

Für die Jugendherbergen in Schleswig-Holstein ist es bisher ein hartes Jahr. Zwei Monate Corona-Zwangspause und unzählige abgesagte Gruppenfahrten führten zu Verlusten in Millionen Höhe. Aktuell gebe es keine Pläne, einzelne Herbergen zu schließen - doch noch sei unklar, ob sich alle 39 Jugendherbergen im Land halten lassen, sagt Katharina Pauly, Sprecherin des Deutschen Jugendherbergswerk Landesverband Nordmark. Denn auch wenn die Buchungslage für die kommenden Monate verhältnismäßig gut ausfällt, fiele der Wegfall der wichtigsten Zielgruppe bedeutend ins Gewicht: Schülerinnen und Schüler.

Buchungen 2020: Bisher nur 25 Prozent des Normalzustandes

Laut Pauly machen Klassenfahrten im Schnitt rund 40 Prozent des Geschäfts aus. Im Moment trudelten fast täglich Stornierungen für Klassenfahrten im Herbst ein, obwohl die grundsätzlich wieder möglich wären, sagt die Sprecherin. Um diese Zeit habe es 2019 schon 420.000 Übernachtungen gegeben, dieses Jahr seien es nicht einmal 100.000 - also etwa 25 Prozent des Normalzustandes. Die Herbergen setzen jetzt auf Familien, kleinere Gruppen oder auch Alleinreisende. Gerade Herbergen an den Küsten seien für Juli und August gut gebucht, sagt Pauly.

Fast 200.000 Mitglieder im Landesverband Nordmark

Das Deutsche Jugendherbergswerk ist ein gemeinnütziger Verein und nach dem Solidaritätsprinzip organisiert. Inklusive der zwei Zeltplätze haben die Jugendherbergen in Schleswig-Holstein mehr als 6.600 Betten. Im März vergangenen Jahres zählten die Jugendherbergen im ganzen Verbandsgebiet Nordmark - einschließlich Hamburg mit zwei und das nördliche Niedersachsen mit vier Häusern - etwa 192.00 Mitglieder.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.07.2020 | 20:00 Uhr

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