Zwei symbolische Darstellungen des Coronavirus in unterschiedlichen Farben. © PantherMedia Foto: imilian

Corona-Mutationen in SH - Berliner Charité bestätigt Verdacht

Stand: 17.01.2021 12:00 Uhr

Zunächst war es ein Verdacht, jetzt gibt es die Bestätigung: Die mutierte Form des Corona-Virus ist auch in Schleswig-Holstein angekommen.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde teilte am Vormittag mit, dass ein Berliner Labor bei einem Verdachtsfall eine Virusmutation nachweisen konnte. Ein Speziallabor der Berliner Charité konnte anhand einer Probe aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde zweifelsfrei feststellen, dass das Corona-Virus mutiert ist - mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um die hochansteckende Variante aus Großbritannien. Laut Kreis hat sich eine Frau aus der Nähe von Kiel während einer Dienstreise in Spanien angesteckt, sie begab sich nach der Rückkehr aber sofort in Quarantäne. Das Gesundheitsministerium prüft nach eigenen Angaben derzeit, ob die Quarantäne-Verordnung des Landes weiter verschärft werden kann, um mögliche Eintragungen der neuen Virus-Variante nach Schleswig-Holstein weiter zu begrenzen.

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Ergebnis aus Flensburg steht noch aus

Schneller als erwartet sei der Befund aus dem Institut für Virologie an der Berliner Charité gekommen, teilte der Infektiologe und Leiter des Rendsburger Corona-Lagezentrums Stephan Ott mit. Das Speziallabor habe bei der untersuchten Probe die typischen Mutationen für die zunächst in Großbritannien aufgetretene Variante gefunden. Die Wahrscheinlichkeit sei dementsprechend sehr hoch, dass es sich um die mutierte Form des Corona-Virus handele, so Ott. Einen Verdachtsfall gibt es auch in Flensburg. Eine Bestätigung des Berliner Labors steht hier noch aus. Experten befürchten, dass die Virus-Mutationen ansteckender sind als die schon bekannte Form.

Proben sollen gezielt sequenziert werden

Das Gesundheitsministerium kündigte an, das in Zukunft mehr positive Corona-Proben aus Schleswig-Holstein an der Berliner Charité auf mögliche Mutationen untersucht werden sollen - auch, um die Frage der Verbreitung besser beantworten zu können. Dabei wird das gesamte Erbgut des Virus gründlich daraufhin untersucht, ob es Mutationen gibt - und wenn ja, welche.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.01.2021 | 10:00 Uhr

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