Menschen in einer Diskothek © Colourbox Foto:  ArenaCreative

Modellversuch in Discos startet: Tanzen ohne Maske und Abstand

Stand: 24.07.2021 06:00 Uhr

Drei Diskotheken in Schleswig-Holstein öffnen wieder ihre Türen fast so, als sei nie was gewesen: ohne Maskenpflicht, ohne Abstandsgebot. Vier Wochen dauert das Modellprojekt.

Im "Bootshaus" in Flensburg, im "Horizon Club" in Oldenburg in Holstein (Kreis Ostholstein) und im "Joy" in Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) wird seit Samstagabend wieder getanzt und gefeiert wie vor Corona-Zeiten. In einem wissenschaftlich begleiteten Modellprojekt empfangen die drei Diskotheken wieder Gäste ohne Abstandsgebot und Maskenpflicht. Die Veranstaltungen am Sonnabend waren in allen drei Diskos nach eigenen Angaben ausverkauft.

Keine Maskenpflicht, dafür strenge Vorgaben

Die Tickets mussten vorab online gekauft und registriert werden. Es gilt weder Abstandsgebot noch Maskenpflicht, nicht an der Bar, nicht auf der Tanzfläche. Dennoch gibt es ein paar wichtige Spielregeln: Die Besucherzahl in allen drei Einrichtungen ist vorgegeben - in Flensburg kommen etwa 200 Gäste, in Oldenburg 500 und in Henstedt-Ulzburg 300 Menschen. Unter wissenschaftlicher Beobachtung können die Discos jeweils drei Partys veranstalten, das Projekt ist auf insgesamt vier Wochen ausgelegt.

Bedingung: Geimpft, genesen oder negativ getestet

Wer feiern darf, ist klar vorgegeben: Rein kommen nur geimpfte, genesene und getestete Menschen. Als geimpft gelten diejenigen, bei denen nach der letzten notwendigen Impfdosis mindestens 14 Tage vergangen sind. Bei genesenen Menschen darf das positive PCR-Ergebnis, das die Corona-Infektion bescheinigt hat, nicht jünger als 28 Tage und nicht älter als sechs Monate sein. Die negativen Testergebnisse bei nicht geimpften und nicht genesenen Gästen dürfen nicht älter als sechs Stunden sein. Sie müssen sich nach der Party vier weitere Male erneut testen lassen.

Wichtige Erkenntnisse für die Zukunft sammeln

Bei dem wissenschaftlichen Modellversuch wollen Forscher herausfinden, wie sich das Infektionsgeschehen verhält, wenn Menschen dicht an dicht gedrängt mit vielen anderen Leuten in geschlossenen Räumen ausgelassen feiern. Denn genau das hat es für Diskotheken und Clubs unmöglich gemacht, zu öffnen - und sie vor dem Hintergrund des Infektionsschutzes ans Ende der Lockerungsliste geschoben.

Die Lockerungen, die mit der aktualisierten Landesverordnung seit 28. Juni gelten, erlauben es Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen zwar zu öffnen, allerdings ist das an strenge Vorgaben geknüpft - etwa das Tragen einer qualifizierten Mund-Nasen-Maske. Außerdem sind maximal 125 Personen erlaubt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.07.2021 | 08:00 Uhr

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