Stand: 04.04.2020 18:00 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Corona-Krise: Mehr Hilfe für Kultur und Sport in SH

Die Landesregierung hat ihre finanziellen Hilfen wegen der Corona-Krise um weitere 120 Millionen Euro aufgestockt. Davon profitieren auch Sportvereine und Kulturschaffende. Denn für die Bereiche Kultur, Sport, Digitalisierung, Umweltschutz, Bildungseinrichtungen, Obdachlose und Härtefälle stehen jetzt zusammen 80 Millionen Euro statt der ursprünglich geplanten 50 Millionen Euro an Corona-Hilfen bereit. Der Landtag muss dem Kabinettsbeschluss noch zustimmen.

33 Millionen Euro für die Kultur im Land

Für Kultureinrichtungen und Kulturschaffende stehen nun 33 Millionen Euro bereit. Damit soll auch denen geholfen werden, die bisher nicht förderberechtigt waren. Außerdem ist das Hilfspaket auch für Institutionen der Minderheiten und für Weiterbildungseinrichtungen gedacht. Zwei Millionen Euro gehen an den Kulturhilfefonds SH, dort können Künstlerinnen und Künstler aus allen Sparten eine Soforthilfe von 500 Euro beantragen.

Das gilt zusätzlich zu den Programmen des Bundes für Solo-Selbstständige, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Auch die Film- und Kreativwirtschaft sowie die Kinos sollen von den Geldern profitieren. Dafür erhöht das Land einmalig die Zuwendung für die Filmfördergesellschaft Hamburg-Schleswig-Holstein um 850.000 Euro.

Lotsenstelle im Bildungsministerium

Desweiteren sollen Einrichtungen von Minderheiten und Volksgruppen unterstützt und der Ausbau von digitalen Kultur- und Weiterbildungsangeboten gefördert werden. Allerdings betonte Karin Prien: "Das Land hilft mit seinem erweiterten Soforthilfeprogramm erst dann, wenn andere staatliche Hilfsangebote nicht greifen." In ihrem Ministerium wurde eine Lotsenstelle geschaffen, dort können alle Fragen zu den Hilfen und Anträgen beantwortet werden.

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12,5 Millionen Euro für Sportverbände und Vereine

Auch Sportverbände und -vereine, die durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten sind, will das Land unbürokratisch unterstützen. Hierfür stehen Soforthilfen von 12,5 Millionen Euro bereit. Denn die Betriebskosten laufen für Vereine weiter.

Der für Sport zuständige Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) nennt die Sportvereine im Land mit ihren 770.000 Mitgliedern einen "Eckpfeiler unserer Gesellschaft: Diese Vereine leiden momentan auch Not, mangelnde Mitgliedsbeiträge, Veranstaltungen, die sie durchführen, greifen nicht mehr."

Die Vereine sollen eine Einmalzahlung bekommen, wenn sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Die Soforthilfe können sie beim Innenministerium beantragen. "Es soll dann 15 Euro pro Mitglied geben für die nachgewiesenen Liquiditätsengpässe", sagte Grote. Die Hilfen könnten aber nicht größer sein als der dargelegte finanzielle Engpass.

Sportverbände können Einmalzahlung beantragen

Die Sportverbände, die im Landesportverband (LSV) organisiert sind, können beim Innenministerium eine Einmalzahlung beantragen. Die Höhe errechnet sich aus der Mitgliederanzahlund beträgt mindestens 2.500 Euro. Die Höchstsumme liegt bei 25.000 Euro für Verbände mit mehr als 75.000 Mitgliedern.

Da Verbände und Vereine seit dem Beginn der Pandemie nach eigenen Angaben rückläufige Mitgliederzahlen verzeichnen, gilt der 1. Januar 2020 als Stichtag für die jeweiligen Berechnungen.

Außerdem können Verbände für überregional wichtige Einrichtungen oder Sportschulen Einmalzahlungen von bis zu 150.000 Euro beantragen. Damit sollen Betriebskostendefizite für drei Monate abgedeckt werden.

Hotline und Mailkontakt beim Landessportverband

Wer Fragen zu den Anträgen hat, kann sich an den Landessportverband wenden. E-Mail: corona@lsv-sh.de oder Telefon: (0431) 6486-444.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.04.2020 | 08:00 Uhr

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