Stand: 23.04.2020 09:16 Uhr

Günther bei NDR 1 Welle Nord: "Es gibt keine Blaupausen"

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat im Studio von NDR 1 Welle Nord Gründe für die geplante Mund-Nasen-Schutz-Pflicht ab dem 29. April angeführt. Sogenannte Alltagsmasken böten eine zusätzliche Sicherheit, so der Regierungschef. Die Landesregierung habe unter anderem wahrgenommen, dass sich manche Schleswig-Holsteiner in der Corona-Krise aus Unsicherheit gar nicht richtig auf die Straße oder zum Einkaufen trauten, sagte Günther im Gespräch mit unseren Moderatoren am Morgen, Julian Krafftzig und Miriam Pede. Mit Maske könne man das Risiko, andere Menschen anzustecken, ein Stückweit minimieren - mehr aber auch nicht, so der Ministerpräsident, der an alle Schleswig-Holsteiner appellierte, den Mindestabstand auch mit Masken dringend weiter einzuhalten.

VIDEO: Günther "kann Geisterspielen nicht viel abgewinnen" (31 Min)

Günther: Experten-Einschätzungen haben sich verändert

Auch die Einschätzungen von Experten im Bezug auf einfache Masken hätten sich in den vergangenen Wochen "massiv verändert. Es ist eine Zeit, in der es keine Blaupausen gibt." Für Beschäftigte, die beispielsweise ohnehin schon hinter einem Plastikschutz sitzen, wolle die Regierung Ausnahmen von der Alltagsmaskenpflicht definieren. Acht Stunden mit einer Maske an der Kasse zu sitzen, sei nicht zumutbar, sagte Günther.

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Geschäfte sonntags offen: Ministerpräsident rechnet nicht mit Menschenmassen

Dass Mitarbeiter in Geschäften an den kommenden beiden Sonntagen großen Menschenmassen gegenüberstehen, hält der Regierungschef für unwahrscheinlich. Am Donnerstagmorgen war die Entscheidung der Landesregierung bekannt geworden, Geschäften im Land am 26. April und 3. Mai die Möglichkeit zu geben, ausnahmsweise zu öffnen. Auch seit der schrittweisen Öffnung am vergangenen Montag (20.4.) seien keine Massen in die Läden geströmt, so Günther. Mit der Öffnung an den nächsten Sonntagen sollten die Menschen die Möglichkeit haben, über einen längeren Zeitraum als nur sonnabends einkaufen zu gehen.

"Wir werden am 30. April für Klarheit sorgen"

Was größere Veranstaltungen wie beispielsweise Hochzeiten oder Schützenfeste im Land in diesem Sommer angeht, verwies Günther auf den kommenden Donnerstag (30.4.). Nach den geplanten Gesprächen zwischen den Ministerpräsidenten der Länder und der Bundeskanzlerin werde die Landesregierung "für Klarheit sorgen", so der CDU-Politiker. Er hatte Mitte April angekündigt, mit dem Kabinett einen Stufenplan entwickeln zu wollen, wie Veranstaltungen mit weniger als 1.000 Teilnehmern zwischen dem 3. Mai und dem 31. August wieder ermöglicht werden könnten.

Veranstaltungen, bei denen eng getanzt werde und sich alle in den Armen liegen, könne er sich nicht vorstellen, so Günther. Allerdings seien auch beispielsweise unter Gaststättenbetreibern Experten am Werk, die wüssten, wie Feiern mit den nach wie vor geltenden Abstands- und Hygieneregeln durchführbar seien. Insofern rate er beispielsweise Restaurants, bei Anfragen für diesen Sommer positiv zu reagieren.

Voraussetzung bleibt eine stabile Infektionsrate

Gastronomie und Veranstalter bräuchten Planungssicherheit, so Günther: "Immer unter der Voraussetzung, dass die Infektionsrate stabil bleibt." Unter den aktuellen Bedingungen wolle die Landesregierung gesellschaftliches Leben in Schleswig-Holstein nach Wochen des Herunterfahrens Schritt für Schritt wieder ermöglichen.

Kein fester Zeitplan für Öffnung des Tourismus

Für den Tourismus will sich Günther nach wie vor nicht auf einen Zeitplan festlegen. Fest steht nach wie vor: In einem ersten Schritt soll die Nutzung von Zweitwohnungen erlaubt werden. Dann sollen die Nutzung von Ferienwohnungen sowie Hotelübernachtungen möglich werden. In einem dritten Schritt, den Günther im NDR 1 Welle Nord Studio "in ferner Zukunft" sah, sollen Tagestouristen nach Schleswig-Holstein kommen können. 

Günther: "Es wird ein anderer Sommer werden"

"Es wird ein anderer Sommer werden, als wir ihn kennen", sagte der Regierungschef. Überfüllte Strände könne er sich "schwerlich vorstellen".

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Horst und Mandy am Morgen | 23.04.2020 | 08:40 Uhr

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