Ulf Kämpfer, Oberbürgermeister von Kiel.

Corona-Lockerungen: Kiel hält an Modellversuchen fest

Stand: 23.03.2021 19:27 Uhr

Trotz der harten Bund-Länder-Beschlüsse zur Fortsetzung des Corona-Lockdowns will Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel den Versuch in Richtung Normalität wagen.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) hält an der Idee fest, in Modellprojekten zu testen, wie weit Schritte aus dem Corona-Ausnahmezustand möglich sind. Das heißt: Schwimmunterricht im Freizeitbad, Fußballspiele mit Fans oder Theateraufführungen mit Zuschauern - alles kontrolliert, mit Schnelltests begleitet und durch Kontaktnachverfolgung gesichert. Diese Voraussetzungen seien gegeben, sagte Kämpfer im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein.

Kämpfer: Ein bisschen Normalität in der Krise

Es braucht laut Kämpfer aber Konzepte, die bestimmte Dinge regeln. "Man muss sich überlegen: Wann hören wir eigentlich auf? Was muss schiefgehen, damit man so etwas auch abbricht? Und wie begleitet man das auch wissenschaftlich?", formuliert der Oberbürgermeister wichtige Fragen, die zu klären sind. Mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel sei man schon in Gesprächen. "Wir werden sicherlich auch mit den Krankenhäusern sprechen" fügt er an, "dass man nach vielleicht zwei Wochen guckt: Ist irgendjemand infiziert, ist jemand krank geworden?" Aus solchen Projekten wollen sie etwas lernen, damit dann Stück für Stück aus Modellprojekten Alltagsmodelle entstehen können. "Damit wir alle, und das hoffen wir ja so sehr, ein bisschen Normalität in der Krise zurück bekommen", sagt Kämpfer.

Günther: Ab 12. April Modellregionen mit weitergehenden Lockerungen

Die Zeit vor Ostern soll laut Kämpfer nun genutzt werden, Konzepte zu erstellen. Austausch mit Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) habe es schon gegeben. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach am Dienstag in seiner Pressekonferenz zu den Beschlüssen des Bund-Länder-Treffens ebenfalls von Modellregionen, die es nach Ostern geben soll. Zunächst würde das öffentliche und private Leben bundesweit noch weiter runtergefahren, um die Inzidenzen so weit es geht zu drücken.

Dann, für die Zeit nach Ostern - ab 12. April - kündigte Günther an, in ausgewählten Regionen und begleitet mit einem gründlichen Testvorgehen, Öffnungsschritte bei Beherberungsbetrieben, in der Außengastronomie und im Sport umzusetzen. Bedingung: eine Sieben-Tage-Inzidenz unter 100. Spätestens Anfang kommender Woche sollen die Modellregionen beschlossen werden, sagte der Ministerpräsident.

Grüne und FDP befürworten Modellregion

Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben und FDP-Fraktionschef Christopher Vogt setzen nach eigenen Angaben auch darauf, nach Ostern eine Corona-Modellregion einzurichten. In Gebieten mit besonders niedrigen Infektionswerten sollten mit Tests Erleichterungen möglich sein - nicht nur im Tourismus, sondern auch in der Kultur, sagte Kalben. Vogt könne sich als mögliche Modellregionen für Lockerungen Kiel und die Westküste vorstellen.

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