Corona-Impfungen: Erleichterungen bei der Terminvergabe

Stand: 14.01.2021 16:26 Uhr

Im Sozialausschuss kündigte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Donnerstag an, dass ältere Menschen künftig per Post zu Impfterminen eingeladen werden sollen.

Über 80-Jährige werden in Zukunft ein Informationsschreiben mit einem persönlichen PIN-Code und einer Telefonnummer bekommen. Damit können sie laut Gesundheitsminister Heiner Garg dann montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr einen Termin in einem Impfzentrum vereinbaren. Das neue Verfahren startet nach bisherigem Stand am 8. Februar, die Briefe werden laut Gesundheitsministerium ab dem 28. Januar verschickt. Innerhalb der Gruppe der über 80-Jährigen sollen die Ältesten zuerst das Schreiben erhalten.

Termine erst ab Frühjahr

Eine weitere Neuerung: Die Terminbuchungen sind dann nicht mehr nur noch für die Folgewoche, sondern für einen längeren Zeitraum möglich. Gesundheitsminister Heiner Garg will so dafür sorgen, dass auch Menschen ohne Internetzugang unkompliziert einen Impftermin bekommen können: "Jeder wird sich telefonisch einen Termin geben lassen können. Ohne Stress, ohne Eile. Sollten dann in Zukunft mehr Termine zur Verfügung stehen, werden die Menschen telefonisch kontaktiert und gefragt, ob sie einen früheren Termin haben möchten." Aufgrund der Knappheit des Impfstoffes werde es allerdings für viele Impfwillige erst Termine im Frühjahr oder Frühsommer geben.

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Neues Verfahren erst ab Februar

Das gestern neu vorgestellte Verfahren wird Anfang Februar eingeführt. Die kommenden beiden Wochen gilt das bisherige Anmelde-Verfahren. Das Ministerium empfiehlt jedoch Menschen, die älter als 80 Jahre sind, das ab Februar verfügbare Verfahren mit der persönlichen Einladung zu nutzen.

Zweitimpftermine werden nach hinten verlegt

Außerdem gab das Gesundheitsministerium bekannt, dass der Abstand zwischen den beiden Corona-Schutzimpfungen in Schleswig-Holstein verlängert wird. Bisher waren dafür 21 Tage vorgesehen - nun sind es 35 Tage. Grund sind die überarbeiteten Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. Sie empfiehlt jetzt eine Zweitimpfung innerhalb von bis zu sechs Wochen. Zwischen den beiden Impfungen müssen ohnehin, je nach Impfstoff, mindestens drei beziehungsweise vier Wochen liegen. Auf schon gebuchte Termine in den Impfzentren hat das keine Auswirkungen. Auch die Krankenhäuser verlegen ihre Zweitimpfungen nach hinten.

Viel Kritik am bisherigen Verfahren

Im Vorfeld hatte es viel Kritik am Verfahren der Impfterminvergabe gegeben. Viele Impfwillige beschwerten sich, da die Termine innerhalb weniger Minuten vergeben waren. Kritik kam auch von der SPD-Fraktion im Kieler Landtag. Die sozialpolitische Sprecherin, Birte Pauls, sprach bei dem Vergabeverfahren von einer "Zumutung der ganz besonderen Art".

Garg: Grundproblem ist Impfstoff-Knappheit

Die nächsten Impftermine können kommende Woche Dienstag (19.1.) ab 8 Uhr gebucht werden. Eine Ausweitung der buchbaren Termine hängt von der Verfügbarkeit des Impfstoffs ab. Solange das Grundproblem des knappen Impfstoffs bleibe, werde es keine grundsätzliche Lösung bei den Impfterminen geben, sagte Garg. 325.000 Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner, die die höchste Impfpriorität haben, stünden durch den Impfstoff-Mangel nur 7.700 Impftermine pro Woche zur Verfügung, so Garg.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.01.2021 | 16:00 Uhr

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