Ein älterer Herr wird geimpft.  Foto: Lennart Preiss

Corona-Impfung: Lange Schlangen für den Booster

Stand: 12.11.2021 18:19 Uhr

Mancherorts haben sich am Freitag lange Warteschlangen an den Impfstellen gebildet. Die Kassenärztlichen Vereinigung ruft außerdem dazu auf, die Arztpraxen zu entlasten.

Mehrere Menschen stehen Schlange zur Corona-Impfung in der Holstengallerie in Neumünster. © NDR Foto: Veronika Sawicki
Wie hier in der Holstengallerie in Neumünster (Donnerstag) stehen derzeit viele Menschen in Schleswig-Holstein Schlange für eine Corona-Impfung.

Der Wunsch nach Impfungen zur Auffrischung des Corona-Schutzes ist in Schleswig-Holstein angesichts stark steigender Infektionszahlen offenbar groß. Ob in Kiel, Schönkirchen (Kreis Plön) oder in Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) - überall mussten Impfwillige am Freitag lange Wartezeiten bei den mobilen Impfstellen in Kauf nehmen.

"Wir arbeiten hier am Limit", sagte Arzt Timon Schönfeld bei der mobilen Impfaktion in Kaltenkirchen. Hier mussten sogar viele Menschen wieder nach Hause geschickt werden, weil die beiden Impfärzte kaum hinterher kamen. Dabei sei ausreichend Impfstoff vorhanden - es fehle nur an Personal, um es zu verimpfen.

KVSH: Genügend Impfstoff vorhanden

Dass Personen wieder weggeschickt werden, sei aber ein Einzelfall, sagte Nikolaus Schmidt von der Kassenärztlichen Vereinigung (KVSH) gegenüber NDR Schleswig-Holstein. "Nach unserer Kenntnis ist genügend Impfstoff vorhanden. Wir haben keinerlei Informationen von den Teams, dass die zu wenig Impfstoff haben." Die Zahl der mobilen Impfteams sei zudem erst diese Woche aufgestockt worden - von 10 auf 16.

VIDEO: KVSH: Keine Impfstoff- Engpässe vorhanden (1 Min)

Ziel der KVSH ist es laut der Vorsitzenden Monika Schliffke, dass alle bis spätestens Februar ein Angebot zur Drittimpfung bekommen. Sie rief aber dazu auf, die Praxen zu entlasten, "indem Sie von Impfdiskussionen am Telefon absehen und die Möglichkeiten nutzen, sich vorab zu informieren, ob Sie bereits für eine Auffrischungsimpfung in Frage kommen." Dies ist frühestens sechs Monate nach der Grundimmunisierung möglich.

Garg: Wachsendes Angebot an Auffrischungsimpfungen

Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) betonte, dass die Praxen mit beispiellosem Engagement dabei seien, Erst-, Zweit- und Drittimpfungen durchzuführen. "In keinem Fall ist es angemessen, noch hilft es irgendwem, Mitarbeitende zu beschimpfen oder zu bedrängen", so Garg. Es werde ein weiter wachsendes Angebot auch für Auffrischimpfungen geben.

Um die Praxen zu entlasten, plant das Land, ab kommenden Monat stationäre Impfstellen einzurichten - zusätzlich zu offenen Impfangeboten und mobilen Impfteams. Bei den Impfstellen wird es laut Gesundheitsministerium die Möglichkeit geben, Termine zu vereinbaren. Die Impfzentren sollen aber nicht wieder geöffnet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.11.2021 | 19:30 Uhr

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