Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holsteins, spricht mit Bundeswehrsoldaten am Empfang im Impfzentrum Husum. © dpa-Bildfunk Foto: Marcus Brandt

Corona: Günther hält an Impfpriorisierung fest

Stand: 23.04.2021 11:45 Uhr

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat einer Aufhebung der Impf-Reihenfolge in Schleswig-Holstein eine Absage erteilt. Dafür sei es jetzt noch zu früh, sagte Günther am Rande eines Termins im Impfzentrum in Husum im Kreis Nordfriesland.

Es bleibt in Schleswig-Holstein zunächst alles beim Alten: Bei den Impfungen gegen das Coronavirus wird weiter an der Einteilung nach bestimmten Gruppen festgehalten. Alles andere sei sehr schwierig vermittelbar, sagte Ministerpräsident Daniel Günther am Vormittag in Husum. Es sei einfach nicht genügend Impfstoff da. "Je mehr die Lieferzusagen auch eingehalten werden, desto leichter kann man das natürlich auch machen", so Günther. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte in Aussicht gestellt, die Reihenfolge ab Juni aufzuheben. Am Montag wollen die Ministerpräsidenten der Länder darüber beraten.

Günther: Sinnvoller, das Tempo zu erhöhen

Die Landesregierung will sich nach Angaben des Ministerpräsidenten dafür einsetzen, dass die Impfgeschwindigkeit weiter erhöht werden kann. Impfen sei der Weg zurück in die Normalität, betonte Günther. Deswegen sei er froh, dass Schleswig-Holstein bereits mit einer vergleichsweise hohen Geschwindigkeit impfen könne. Das liege auch an den Menschen, die in den Impfzentren des Landes und den Hausarztpraxen arbeiten. Nach den Ankündigungen des Bundes könne das Land das Impfangebot im Mai deutlich aufstocken, versprach der CDU-Politiker. Bis zur Sommerpause werde die Hälfte der Bevölkerung mindestens einen Impftermin gehabt haben.

AstraZeneca aus Dänemark wird in SH genutzt

Schleswig-Holstein wird nach Angaben von Günther die ungenutzten AstraZeneca Impfdosen aus Dänemark nutzen. Damit könnten zwei Prozent der Schleswig-Holsteiner geimpft werden, sagte Günther im Morgenmagazin von ARD und ZDF. "Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir das auch für diese Impfkampagne nutzen." Er sprach sich außerdem dafür aus, auch Menschen über 60 Jahren mit AstraZeneca zu impfen. Bislang können diesen Impfstoff in Schleswig-Holstein nur Menschen über 70 bekommen. Dänemark will den Impfstoff von AstraZeneca wegen Thrombose-Gefahren nicht mehr einsetzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.04.2021 | 11:00 Uhr

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