Stand: 04.05.2020 13:06 Uhr

Corona: Diese Lockerungen gelten jetzt

Die Koalitionspartner von CDU, Grünen und FDP haben sich darauf verständigt, weitere Maßnahmen anzupassen, die die Landesregierung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie für Schleswig-Holstein beschlossen hatte. Die einzelnen Punkte treten ab Montag in Kraft. Das teilten Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und seine beiden Stellvertreter, Monika Heinold (Grüne) und Heiner Garg (FDP), am Mittwoch (29.4.) mit.

"Bevölkerung hat entscheidend dazu beigetragen"

Ministerpräsident Daniel Günther bedankte sich erneut bei den Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteinern, die bisher in vorbildlicher Weise die notwendigen Regeln im Kampf gegen das Coronavirus eingehalten hätten. "Damit hat die Bevölkerung entscheidend dazu beigetragen, dass wir jetzt eine Reihe von Erleichterungen auf den Weg bringen können", sagte Günther.

Folgende Lockerungen gibt es:

  • Gottesdienste

Mit begrenzter Teilnehmerzahl dürfen die Gottesdienste wieder durchgeführt werden.

  • Museen und Ausstellungen

Sie dürfen wieder öffnen. Pro 15 Quadratmeter begehbarer Ausstellungsfläche ist eine Person erlaubt.

  • Botanische Gärten und Pflanzenparks

Hier dürfen die Außenanlagen für Besucher geöffnet werden.

  • Maniküre und Pediküre

Medizinische und kosmetische Fußpflege sowie Nagelstudios dürfen öffnen, wenn sie ein entsprechendes Hygienekonzept vorlegen können.

  • Friseure

Schon länger klar ist, dass Friseure wieder öffnen können. Allerdings nur unter Auflagen und unter Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung.

  • Musikunterricht

Zusätzlich zu den bisherigen Regeln für privaten Musikunterricht im häuslichen Bereich, ist auch der Einzelunterricht in Musikschulen wieder erlaubt.

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  • Zweitwohnungsbesitzer

In Schleswig-Holstein gemeldete Zweitwohnungsbesitzer dürfen gemeinsam mit Personen aus ihrem Hausstand ihre Zweitwohnung wieder beziehen. Sie haben sicherzustellen, dass sie sich im Falle einer bestätigten SARS-Cov2-Infektion innerhalb von 24 Stunden zur Quarantäne an ihren Hauptwohnsitz begeben können. Diese Regelung gilt auch für die Inseln.

  • Sportboothäfen und Dauercamper

Die Sportboothäfen dürfen wieder öffnen. Auch Dauercamper sollen Campingplätze wieder nutzen dürfen. Auf den Inseln kann es dabei aber laut Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) die Einschränkung geben, dass Dauercamper dort einen Zweitwohnsitz haben müssen.

  • Sport im Freien

Kontaktarme Sportarten im Freien sollen wieder ausgeübt werden können. Voraussetzung hierfür ist die Einhaltung von Hygieneregeln. Zwischen zwei Sportlern muss es einen Mindestabstand von anderthalb Metern geben. Sportgeräte für kontaktarme Sportarten, wie Fahrräder oder Kanus, dürfen wieder gewerblich verliehen werden.

  • Einreise nach Schleswig-Holstein

Nur aus touristischen Zwecken nach Schleswig-Holstein zu kommen, bleibt auch nach dem 4. Mai verboten. Gleiches gilt für Freizeitzwecke, ausgenommen Einreisen zur Ausübung kontaktarmer Sportarten sowie zum Besuch von Museen, Ausstellungen, zoologischen Gärten und Tierparks sowie botanischen Gärten.

  • Shopping

Die Voraussetzungen für die Öffnung von Outlet-Centern werden denen von Einkaufszentren gleichgestellt, so dass Kundenströme gelenkt und Hygienekonzepte beachtet werden.

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Außerdem soll es nach den Beschlüssen der Koalition folgende Regelungen im Erlass geben:

  • die Schulen werden gemäß des Kabinettsbeschlusses vom 28. April wieder teilweise geöffnet
  • an den Hochschulen werden Lernlabore wieder geöffnet und für den Lehrbetrieb notwendige Praxisveranstaltungen wieder erlaubt
  • es wird eine Besuchsregelung als Ausnahme vom Betretungsverbot für Alten- und Pflegeheime geben, die den Besuch einer Person, eventuell mit Begleitperson, für zwei Stunden ermöglicht
  • Besuchskontakte in Einrichtungen der Eingliederungs- und Gefährdetenhilfe sollen erleichtert werden
  • elektive Eingriffe in den Krankenhäusern werden grundsätzlich wieder zugelassen, allerdings werden auch weiterhin 25 Prozent der intensivmedizinischen Betten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit grundsätzlich für COVID-19 Patienten vorgehalten
  • Spielplätze sollen ab Montag (4.5.) wieder geöffnet werden dürfen. Voraussetzung dafür werden kommunale Zugangs- und Hygienekonzepte sein
  • das Familienministerium erstellt einen Vorschlag zur stufenweisen Wiedereröffnung der Krippen und Kitas auf Basis des am 28. April 2020 beschlossenen Konzepts der Jugend- und Familienministerkonferenz

Beim Thema Veranstaltungen bleibt vorerst alles wie gehabt. Neue Gespräche zwischen Bund und Ländern dazu soll es am 6. Mai geben - bisher war dafür der 30. April vorgesehen. Unabhängig davon arbeitet die Landesregierung nach eigenen Angaben weiter an Eckpunkten für entsprechende Konzepte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.05.2020 | 06:00 Uhr

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