Gerhard Steinort zieht den Impfstoff in die Spritze.  Foto: Christian Charisius

Corona in SH: So kommt die Impfkampagne voran

Stand: 30.06.2021 15:14 Uhr

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben in Schleswig-Holstein 57,7 Prozent der Menschen ihre erste Impfung bekommen. In Kiel läuft AstraZeneca-Impfstoff ab. In Husum, Niebüll, Norderbrarup und Kropp gibt es Termine zur Reste-Verimpfung.

Die Impfzentren in Husum und Niebüll (beide Kreis Nordfriesland) und Norderbrarup und Kropp (beide Schleswig-Flensburg) bieten ab sofort allen Interessierten die Möglichkeit, sich zu registrieren, um abends mit einer am Tage übrig gebliebenen Impfdosis geimpft zu werden. Denn täglich fallen an den Standorten jeweils geringe Restmengen des Impfstoffes Comirnaty von Biontech an, die mal für zwei, mal für fünf zusätzliche Impfungen ausreichen. Interessierte aus ganz Nordfriesland können sich per E-Mail (impfzentrum@messehusum.de) für die Reste-Verimpfung anmelden. Sie müssen ihren Namen und ihre Handy-Nummer angeben. In Schleswig-Flensburg sollten Interessierte eine E-Mail an impfungen@schleswig-flensburg.de unter Angabe des Namens, Wohnortes und einer Handynummer anmelden.

Impfstoff soll nicht weggeworfen werfen

Jeden Tag erkennen die Impfzentren gegen 17 Uhr, wie viele Reste noch zur Verfügung stehen, und rufen die obersten Namen auf der Reserveliste an. Treffen die Angerufenen bis spätestens 18 Uhr in den Impfzentren ein, erhalten sie am gleichen Tag ihre Spritze und einen Termin für die Zweitimpfung. "Wir hoffen sehr, dass sich genügend Menschen melden, die zeitlich flexibel sind. Bisher haben wir noch keine einzige Dosis eines Impfstoffes wegwerfen müssen, und so soll es auch bleiben", sagt der Impf-Koordinator des Kreises Nordfriesland, Bernd Petersen.

AstraZeneca: Impfung ohne Termine

In Kiel, Husum, Neumünster und Lübeck können noch bis Mittwoch (30.6.) Impfwillige ohne Termin eine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca erhalten. Die Aktion läuft schon länger in den Impfzentren - außer in Kiel, dort erst seit Montag. Die Impfdosen stammen aus einer Lieferung aus Dänemark von Anfang Mai. In Kiel handelt es sich um Impfdosen, die die niedergelassenen Ärzte zurückgegeben haben.

Viele Schleswig-Holsteiner zögern

Die Zeit drängt, denn das Haltbarkeitsdatum des Impfstoffs läuft Ende des Monats ab. Damit würden mehrere Hundert Dosen AstraZeneca "entwertet" werden müssen, wenn sie bis Donnerstagabend nicht verimpft sind, sagt Impfarzt Tobias Sonnenberg. "Das heißt - in den Müll werfen", bringt er es nochmal auf den Punkt. Viele Schleswig-Holsteiner zögern. Er denkt, dass es damit zu tun hat, dass "relativ viele Ressentiments gegen die AstraZeneca-Impfung vielleicht auch geschürt wurden".

Kurzfristige Termine sind möglich

Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) muss zum ersten Mal in der Corona-Pandemie nicht um Geduld bitten, wie er sagt. Es gebe genügend Impfstoff für einen relativ zügigen Termin zum Beispiel in den Impfzentren. Auch der Vorsitzende des Hausärzteverbandes in Schleswig-Holstein, Thomas Maurer, ist zufrieden. Die Wartelisten in den Praxen seien zu einem großen Teil abgearbeitet. Kurzfristige Termine seien möglich: "Wenn Sie heute bei uns anrufen, können Sie, wenn Sie Glück haben, noch in derselben Woche einen Termin bekommen - spätestens in der Folgewoche würden wir Ihnen einen Termin anbieten können", sagt Maurer.

Lieferengpässe kann es jederzeit wieder geben

Während Maurer schon von einem Wendepunkt in der Impfkampagne spricht, sieht der Pandemiebeauftrage Hans-Joachim Commentz einen Wendepunkt erst dann, wenn sich jeder jederzeit mit jedem Impfstoff impfen lassen kann. Ähnlich sieht es der Kieler Virologe Helmut Fickenscher. Er verweist auf vorherige Lieferengpässe und Altersbeschränkungen bei bestimmten Wirkstoffen, die es jederzeit wieder geben könnte.

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Eine Frau zieht eine Spritze mit AstraZeneca Impfstoff auf. © picture alliance/SvenSimon/Frank Hoermann Foto: Frank Hoermann

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.06.2021 | 17:00 Uhr

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