Stand: 20.09.2020 13:53 Uhr

Corona: Buchholz begrüßt vereinfachte Überbrückungshilfen

Wer von der Corona-Krise hart getroffen ist kann auch in den Monaten September bis Dezember Überbrückungshilfen neu beantragen. Das muss allerdings über Steuerberater, Buch- und Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwälte laufen. Die Zugangsbeschränkungen wurden gelockert und die Förderung ausgeweitet. Das gaben Bundesregierung und das schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium in einer gemeinsamen Mitteilung am Sonntag bekannt.

Kleine und mittelständische Unternehmen können profitieren

Laut Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) können vor allem kleine Unternehmen mit bis zu fünf oder zehn Beschäftigten stärker profitieren. Die bisherige Deckelung auf monatlich 3.000 oder 5.000 Euro Zuschuss entfällt, und auch für diese Firmen wird ein Zuschuss von bis zu 50.000 Euro pro Monat möglich. Schleswig-Holstein hatte diese Ausweitung der Hilfen gefordert - und Buchholz bezeichnete es als "beste Nachricht für unseren Mittelstand." Bislang seien angesichts der hohen Hürden nur wenige Anträge gestellt worden.

Änderungen am Hilfsprogramm

Um besonders die Unternehmen, bei denen das Geschäft durch behördliche Einschränkungen oder Hygiene- und Abstandsregeln immer noch stark beeinträchtigt ist, noch besser zu erreichen, werden folgende Änderungen am Programm vorgenommen:

  • Flexibilisierung der Eintrittsschwelle: Zur Antragstellung berechtigt sind künftig Antragsteller, die entweder einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten oder einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet haben.
  • Ersatzlose Streichung der KMU-Deckelungsbeträge von 9.000 beziehungsweise 15.000 Euro.
  • Erhöhung der Fördersätze. Künftig werden erstattet: 90 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch (bisher 80 Prozent der Fixkosten), 60 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 und 70 Prozent (bisher 50 Prozent der Fixkosten) und 40 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30 Prozent (bisher bei mehr als 40 Prozent Umsatzeinbruch).
  • Die Personalkostenpauschale von zehn Prozent der förderfähigen Kosten wird auf 20 Prozent erhöht.
  • Bei der Schlussabrechnung sollen künftig Nachzahlungen ebenso möglich sein wie Rückforderungen.

Das Hilfsprogramm unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen sowie Soloselbstständige und Freiberufler, die von Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung stark betroffen sind, mit nicht-rückzahlbaren Zuschüssen zu den betrieblichen Fixkosten. Je nach Höhe der Fixkosten können Unternehmen für die vier Monate bis zu 200.000 Euro an Förderung erhalten.

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