Ein älterer Herr wird geimpft.  Foto: Lennart Preiss

Corona-Impfung: Booster gefragt, Warnung vor Chaos in Praxen

Stand: 10.11.2021 12:04 Uhr

Die Gesundheitsminister haben beschlossen, dass Booster-Impfung für alle, sechs Monate nach der letzten Impfung, möglich sind. Die Ärztekammer Schleswig-Holstein befürchtet dadurch eine Überforderung der Praxen.

Seit der Empfehlung der Gesundheitsminister stehen die Telefone in den Arztpraxen nicht mehr still. Die Nachfrage nach Booster-Impfungen ist groß und viele Patienten haben zahlreiche Fragen.

Die Ärztekammer warnt nun vor einem Chaos in den Hausarztpraxen, da es keinen klaren Leitfaden gebe. Die Ansage vom geschäftsführenden Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schüre Erwartungen und eine Anspruchshaltung seitens der Bevölkerung, die in den Praxen zu Frust und Überforderung führe.

Eine Frau zieht eine Spritze mit Biontech Impfstoff auf. © picture alliance/SvenSimon/Frank Hoermann Foto: Frank Hoermann
AUDIO: Chaos um Booster-Impfungen befürchtet (1 Min)

Ärztekammer fordert Priorisierung

Der Präsident der Ärztekammer, Henrik Herrmann, spricht sich für eine geordnete Impfkampagne für die Auffrischungsimpfungen aus. Er findet, dass es bei der Auffrischungsimpfung - ähnlich wie bei der Verabreichung der ersten und zweiten Impfung - eine Priorisierung geben muss. So solle verhindert werden, dass die niedergelassenen Ärzte an ihre Grenzen stoßen. Immerhin müssten sie ja parallel zum Impfen auch den normalen Praxisalltag gewährleisten, so Herrmann.

Weitere Informationen
Christian Drosten © picture alliance Foto: Christophe Gatea

Drosten: "Wir haben eine echte Notfall-Situation"

Der Virologe bezweifelt, dass Testungen zum Durchbrechen der vierten Corona-Welle reichen. Langfristig gelte: Impflücken schließen. mehr

Der Hausärzteverband bestätigt, dass die Telefone nicht still stehen und kritisiert, dass die Politik eine Priorisierung hätte vornehmen müssen. Dafür sei es nun aber zu spät. Das Versprechen, dass jeder, der will, eine Booster-Impfung bekomme, sei nun gemacht und müsse auch eingehalten werden.

Um die Praxen zu entlasten, plant das Land ab kommenden Monat stationäre Impfstellen einzurichten - zusätzlich zu offenen Impfangeboten und mobilen Impfteams. Bei den Impfstellen wird es laut Gesundheitsministerium die Möglichkeit geben, Termine zu vereinbaren. Die Impfzentren sollen aber nicht wieder geöffnet werden.

Weitere Informationen
Heiner Garg, Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren in Schleswig-Holstein, spricht im Plenum des Landtags Schleswig-Holstein. © picture alliance/dpa | Marcus Brandt Foto: Marcus Brandt

Gesundheitsminister Garg will wieder kostenlose Corona-Tests

Ziel sei es, besser durch Herbst und Winter zu kommen, so Garg. Deswegen müsse man eine Entscheidung aus der Vergangenheit korrigieren. mehr

Eine ältere Frau lässt sich in einem Jugendzentrum das dritte mal gegen Corona impfen. © picture alliance / dpa Foto: Markus Scholz

Corona-Impfung: Wo man in SH einen Booster bekommen kann

Hausärzte, mobile Teams und bald auch Impfstellen bieten Corona-Impfungen an. Fragen und Antworten zu Auffrischungsimpfungen und der Kampagne. mehr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Coronavirus in SH: Videos, Infos, Hintergründe

Hier finden Sie Videos, Informationen und Hintergründe zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.11.2021 | 12:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

An einem Geschäft hängt ein Zettel mit der Aufschrift: "Zutritt bitte nur mit 2G" © IMAGO / Seeliger Foto: Seeliger

Neue Corona-Regeln in SH: 2G und 3G - was wo zu beachten ist

2G gilt nun auch in vielen Geschäften des Einzelhandels. Welche Regeln sonst noch gelten, haben wir für Sie zusammengefasst. mehr

Videos