Eine Person steckt einen Tupfer mit einem Rachenabstrich in ein Teströhrchen. © picture alliance Foto: Hendrik Schmidt

Corona: Auch Kreis Pinneberg knackt Inzidenzwert von 35

Stand: 22.10.2020 20:28 Uhr

Die Corona-Lage im Land bleibt angespannt. Am Donnerstagabend wurde bekannt, dass im Kreis Pinneberg der Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten wurde.

Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage liegt sogar bei mehr als 40. Weiter informierte der Kreis Pinneberg in einer Mitteilung, dass im Pflegeheim Seniorenpark in Barmstedt zwei Bewohner und zwei Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden. "Die übrigen Bewohner wurden isoliert und bereits getestet. Die Testergebnisse waren bislang alle negativ", hieß es.

Auch in Ostholstein wurde die erste kritische Marke von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner überschritten. "Im Wesentlichen ist der Anstieg der Fallzahlen auf ein größeres Ereignis in Timmendorfer Strand zurückzuführen", teilte der Kreis am Donnerstagabend mit. In Timmendorfer Strand sind etwa 30 Mitarbeiter eines Hotels infiziert. "Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium ist das Infektionsgeschehen als auf eine Region eingrenzbar bewertet worden. Deshalb ist das Maßnahmenpaket aus dem Erlass nur für den Ort Timmendorfer Strand umzusetzen", teilte der Kreis mit.

Keine Besucher mehr in Sana-Kliniken

Die Sana-Kliniken im Kreis Ostholstein sind derweil wegen der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen für Besucher geschlossen worden. Auch das wurde am Donnerstagabend bekannt. Damit soll verhindert werden, dass das Virus unkontrolliert in die Krankenhäuser gelangt, so ein Sana-Sprecher. Das Besuchsverbot gilt für alle vier Standorte in Eutin, Oldenburg, Fehmarn und Middelburg. In Ostholstein haben sich in den vergangenen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner gerechnet mehr als 35 Menschen nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert.

In Stormarn hatte sich die Lage zunächst entspannt, aber am Donnerstagabend meldet der Kreis einen Wert 44,3 - und damit den höchsten im ganzen Land. Deshalb müssen die Schutzmaßnahmen im ganzen Kreisgebiet angewendet werden. In einigen Bereichen von Bad Oldesloe, Bargteheide und Ahrensburg muss knapp zwei Wochen lang jetzt ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die Stadt Kiel meldete am Donnerstag 16 Neuinfektionen, "so viele wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie", heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Neumünster überschritt als erstes kritische Marke

Die Stadt Neumünster war die erste in Schleswig-Holstein, die den Sieben-Tage-Inzidenzwert von 35 überschritten hatte. Inzwischen ist dort die Zahl auf 38,7 pro 100.000 Einwohner gestiegen. Am Dienstag hatte als erster Kreis Dithmarschen die Warnschwelle überschritten - mit einem Inzidenzwert von 36, der sich inzwischen auf 44,3 erhöht hat.

Garg: AHA-Regeln beachten

Am Donnerstagabend rief Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) im NDR Schleswig-Holstein dazu auf, die AHA-Regeln zu beachten, das bedeutet: Abstand zu halten, die Hygiene zu beachten und eine Alltagsmaske zu tragen. "Dazu kommt jetzt das L, nämlich das Lüften", sagte er. "Wir erleben gerade eine Situation, die keiner in den letzten Jahrzehnten so erlebt hat" sagte er im Interview mit dem NDR Schleswig-Holstein.

Garg: Infektionsdynamik im Griff behalten

Um die Corona-Pandemie einzudämmen sei es erforderlich, die Regeln zu verschärfen. Die Landesregierung hatte am Donnerstag die angekündigte Ausweitung der Maskenpflicht beschlossen. danach muss nun zum Beispiel auch das Personal in den Verkaufsräumen des Einzelhandels eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Regeln führten bei vielen Menschen zu Unverständnis. "Die Grundregel für das Krisenmanagement in Schleswig-Holstein lautet, die Infektionsdynamik im Griff zu behalten", betonte Garg.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.10.2020 | 19:30 Uhr

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