Plakat an einem Schaufenster lädt zum Click and Meet-Einkaufen ein. © picture alliance / | -

"Click & Meet": Geteiltes Echo beim Handel in SH

Stand: 18.03.2021 14:34 Uhr

In vielen Regionen ist Einkaufen ab Montag nur noch mit Termin erlaubt. Das sogenannte "Click & Meet". Die IHK und der Handelverband Nord sehen diese Regelung kritisch.

Weil sich die Corona-Lage zuspitzt und die Sieben-Tage-Inzidenz weiter steigt, gelten ab Montag im Einzelhandel in einigen Regionen Schleswig-Holsteins wieder neue Regeln. In den Kreisen Pinneberg, Segeberg, Stormarn, Herzogtum Lauenburg sowie in den kreisfreien Städten Flensburg und Neumünster ist Einkaufen dann nur noch mit Termin erlaubt, also das sogenannte "Click & Meet". In diesen Regionen gibt es mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. In den anderen Kreisen und Städten können die Geschäfte wie bisher geöffnet bleiben. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) betonte allerdings am Mittwoch, dass Regionen, in denen die Inzidenz auf über 100 steige, mit weitergehenden Maßnahmen reagiert werde.

Handelsverband fordert Abkehr vom Inzidenzwert als Entscheidungsgrundlage

Der Handelsverband Nord und die Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein (IHK) befürchten, dass sich das "Click & Meet" für viele Läden nicht lohnt. Die Kosten bei einer Öffnung seien hoch, gleichzeitig könnten nur wenige Kunden bedient und damit wenig Umsatz gemacht werden, sagte Julia Körner von der IHK. Der Handelsverband Nord fordert eine Abkehr vom Inzidenzwert als alleiniger Entscheidungsgrundlage. Vor dem Hintergrund vermehrter Tests und der erfolgten Impfungen, etwa von Bewohnern und Personal in Pflegeheimen, müssten auch andere Kriterien beachtet werden, sagte die Geschäftsführerin Mareike Petersen. Für sie zählt zum Beispiel die Zahl der Krankenhauspatienten dazu. Die Stimmung bei den betroffenen Geschäftsleuten beschrieb Petersen als eine Mischung aus Verzweiflung, Resignation und Wut. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Termin-Shopping in den meisten Fällen nicht rentabel sei.

Shoppen in einigen Läden auch ohne Termin

Große Geschäfte wie beispielsweise das Modecenter Nortex aus Neumünster bewerteten "Click & Meet" dagegen als guten Schritt. Sie rechnen mit einigen Kunden. Denn Menschen, die bei ihnen einkaufen wollten, müssten nicht zwingend vorher einen Termin machen. Sie könnten auch einfach am Eingang ihre Kontaktdaten hinterlegen. "Mit einem verbindlichen Termin verbinden viele auch eine feste Kaufabsicht. Manche wollen aber einfach unverbindlich und spontan bummeln. Das ist weiter möglich", sagte Geschäftsführer Kai Först.

Positiv sieht die IHK das für April angekündigte Förderprogramm der Landesregierung "Digibonus". Geschäfte mit bis zu fünf Mitarbeitern bekommen 1.000 Euro, die sie dann zum Beispiel in Systeme für die digitale Kontaktverfolgung oder Terminvereinbarung investieren können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.03.2021 | 13:00 Uhr

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