Füße ragen aus einem Strandkorb heraus, im Hintergrund ist das Meer zu sehen. © fotolia.com Foto: Jenny Sturm

Bilanz der Modellregion: Touristen kurbeln Inzidenz nicht an

Stand: 31.05.2021 13:24 Uhr

Der Tourismus hat die Sieben-Tage-Inzidenz nicht hoch getrieben. Das ist eine Erkenntnis der wissenschaftlichen Begleitung der Tourismus-Modellprojekte Eckernförde und Ostsee-Schlei-Region, die am Montag vorgestellt wurde.

Die wissenschaftliche Auswertung der Daten beider Modellregionen zeige, dass die touristischen Aktivitäten keine negativen Auswirkungen auf die lokale und regionale Inzidenzentwicklung gehabt hätten, betonten der Mediziner und Corona-Experte Stephan Ott und der Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP). Beide stellten am Montag die Begleitstudie vor. Die Sieben-Tage-Inzidenzen hätten sich über den Zeitraum des Modellprojekts zurückentwickelt. Gegen Ende des Modellprojektes Mitte Mai lagen die Inzidenzen mit 0 in der Stadt Eckernförde und 11,9 in der Schlei-Region deutlich unterhalb der Inzidenzwerte auf Kreis- und Landesebene.

"Frühzeitig die Weichen gestellt"

Der Verlauf der beiden Modellprojekte habe "frühzeitig die Weichen dafür gestellt, dass wir den Tourismus im gesamten Land inzwischen wieder problemlos hochfahren konnten", betonte Minister Buchholz. Die im Mai angelaufenen Modellprojekte in Nordfriesland, Büsum und der inneren Lübecker Bucht waren dagegen wieder gestoppt worden.

Eckernförde: Letzte Woche ohne Neuinfektion

Bernd Buchholz (FDP).
Minister Bernd Buchholz: Tourismus kein Infektionstreiber.

Nach Angaben von Ott wurden in Eckernförde und der Schlei-Region zwischen dem 19. April und dem 16. Mai insgesamt rund 83.000 Corona-Tests vorgenommen. Dabei wurden in den elf Eckernförder Test-Stationen bei 23.403 Antigen-Schnelltests fünf Einheimische und drei Tagesgäste positiv getestet, in sechs dieser Fälle wurde die Infektion durch einen PCR-Test bestätigt. Während der letzten Woche des Modellversuchs gab es in Eckernförde bereits keine einzige Neuinfektion mehr. Bei den Getesteten in Eckernförde handelte es sich nach den Worten von Ott zu zehn Prozent um Tagesgäste, zu 48 Prozent um Übernachtungsgäste und zu 42 Prozent um Einheimische.

Schlei-Region: Sieben positive Ergebnisse bestätigt

Ähnlich positiv fiel das Ergebnis laut Ott und Buchholz in der Schlei-Region aus: Hier wurden in 24 Testzentren zwischen dem 21. April und dem 16. Mai insgesamt 60.528 Antigen-Schnelltests vorgenommen. Durch fehlerhafte Antigen-Schnelltest-Chargen wurden zunächst 181 positive Ergebnisse gemeldet. Davon entfielen 171 auf Urlauberinnen und Urlauber, zehn auf Einheimische. Doch in nur sieben Fällen wurden die positiven Ergebnisse durch einen PCR-Test bestätigt. Hierbei handelte es sich um fünf Gäste und zwei Einheimische. "Es zeigt sich also, dass selbst bei einem Testrhythmus von 72 Stunden wie in der Schlei-Region kaum Infektionsausbrüche zu melden sind", so Ott.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 31.05.2021 | 13:00 Uhr

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