Stand: 22.04.2020 16:33 Uhr

Alltags-Maskenpflicht: Diese Regeln und Ausnahmen gelten

Wer ab dem 29. April in Schleswig-Holstein ein Geschäft betreten, Bus, Bahn oder Taxi nutzen will, der muss eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Landesregierung hat sich am Mittwoch auf die Einführung dieser Alltags-Maskenpflicht verständigt. Sie war am Tag zuvor von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) angekündigt worden.

Schals, Tücher, selbstgenähte Bedeckungen reichen

Das Landesregierung legt auch fest, was alles als Mund-Nasen-Bedeckung zählt: aus Stoff genähte Bedeckungen oder auch Schals, Tücher, Buffs (Schlauchschal) und anderweitige Stoffzuschnitte sein, die geeignet sind, Mund und Nase vollständig zu bedecken. Ein entsprechender formaler Erlass soll dazu am Freitag (24.4.) im Kabinett beschlossen und veröffentlicht werden.

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Befreit von der Maskenpflicht: Kinder, Fahrpersonal, Beeinträchtigte

Ausgenommen von der Regelung sollen Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr sowie das Fahrpersonal in Bus, Bahn und Taxen sein. Auch wer aufgrund medizinischer oder psychischer Beeinträchtigung nicht in der Lage ist, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und dies entsprechend durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen kann, ist von der Pflicht befreit.

Bei Verstoß kein Bußgeld, aber Betretungsverbot

Personen, die keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und für die keine der Ausnahmen zutreffen, ist das Betreten oder Nutzung der Geschäfte oder des ÖPNV-Angebote nicht gestattet. Ein Bußgeld ist bislang zwar nicht vorgesehen, aber Personen ohne Mund-Nasen-Bedeckung dürfen die Räumlichkeiten oder die Angebote nicht betreten oder nutzen.

Gerade in Bussen und Bahnen sei es häufig nicht möglich, die Abstandsregeln einzuhalten, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Die Schleswig-Holsteiner haben jetzt eine Woche Zeit, sich mit sogenannten Alltagsmasken auszustatten. "Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung trägt dazu bei, dass wir schrittweise wieder ins öffentliche Leben zurückkehren können. Es kann helfen, andere Menschen wie beispielsweise Verkäuferinnen und Verkäufer in den Geschäften zu schützen", so Günther. Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) wies im selbem Zuge darauf hin, dass die Hygiene-Regeln trotz Bedeckung weiterhin eingehalten werden sollen: "Nur, wenn diese Maßnahmen gemeinsam beherzigt werden, schützen sie wirksam."

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Die Landesregierung verwies darauf, dass es wichtig sei, dass die FFP-Schutzmasken medizinischem Personal vorbehalten sein sollen. Darum richtete Garg einen Appell an die Apotheker im Land, "dieses Material nicht an Privathaushalte zu verkaufen". Garg verwies darauf, dass die Menschen mit ihrer Disziplin dazu beitragen können, dass Lockerungsmaßnahmen dauerhaft gehalten werden können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.04.2020 | 17:00 Uhr

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