Portraitfoto von Stefan Seidler © Picture Alliance / dpa Foto: Christoph Soeder

SSW: Stefan Seidler - Stimme für die Minderheiten

Stand: 05.09.2021 10:00 Uhr

Mit dem Wikingerschiff als Symbol und der nordischen Komponente im Sinn will er Schleswig-Holstein auf die Berliner Tagesordnung setzen: SSW-Politiker Stefan Seidler.

von Sofia Tchernomordik

Bislang nur im Kieler Landtag vertreten, will der Spitzenkandidat die Partei der dänischen und friesischen Minderheit zum ersten Mal seit 60 Jahren in den Bundestag führen. Der 41-Jährige will sich dafür stark machen, dass die regionale Entwicklung angekurbelt werde: "Wir bekommen zu wenig Fördermittel ab, wir merken, dass unsere Infrastruktur hier stark hinterherhinkt. Wenn wir uns den Bundesverkehrswegeplan für 2030 angucken, da ist Schleswig-Holstein mit 22 Initiativen drin – Bayern mit 325."

Stefan Seidler will eine starke Stimme für alle Minderheiten sein wie Sorben und Sinti und Roma. Auf Landesebene seien viele Fortschritte passiert, das merke man an der vorbildlichen, grenzüberschreitenden deutsch-dänischen Zusammenarbeit. Dies gelte aber nicht für Europa und die Bundespolitik, aus seiner Sicht bewegt sich dort zu wenig.

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"Wir können auf den Tisch hauen"

Der Politiker will skandinavische Lösungsmodelle anbieten zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung, wo die Dänen Spitzenreiter sind. Kleinere und mittlere Einkommen sollen entlastet werden - für eine "soziale" Wirtschaft spricht sich der Flensburger aus. Umweltprojekte wie die Schlei sollten besser finanziert werden: "Wir können auf den Tisch hauen und den Finger in die Wunde legen. Wir haben keine großen Berliner Parteizentralen, auf die wir Rücksicht nehmen müssten."

Stefan Seidler ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. In seiner Freizeit joggt er gerne – am liebsten zehn Kilometer an der Flensburger Förde. Er liebt Musik, querbeet von Genesis über Klassik zu House und Bon Iver. Seine Urlaube verbringt Seidler mit der Familie beim Wandern in den Alpen oder auf Erkundungstouren durch die USA.

SSW-Politiker Stefan Seidler blickt in die Kamera © NDR Foto: Johanna Jannsen
AUDIO: Zur Sache Spezial: Stefan Seidler (SSW) (23 Min)

Fünf-Prozent-Hürde gilt nicht

In den Bundestag könnte er kommen, weil für den SSW als Minderheitenpartei die Fünf-Prozent-Hürde nicht gilt. Wählbar ist die Partei allerdings nur in Schleswig-Holstein. Etwa 50.000 Zweitstimmen müssten nach seinen Angaben reichen für den Einzug.

Listenplatz zwei und drei belegen Maylis Roßberg und Sybilla Nitsch. Sie wollen sich in Berlin unter anderem dafür einsetzen, dass die Preise für Wohnraum nicht weiter steigen.

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Schleswig-Holstein Magazin | 20.09.2021 | 19:30 Uhr

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