Karin Thissen, SPD Bundestagskandidatin in Steinburg/Dithmarschen. © SPD Schleswig-Holstein

Bundestagswahl: SPD-Direktkandidatin legt Wahlbeschwerde ein

Stand: 23.11.2021 08:18 Uhr

Gerade einmal 52 Stimmen machten im Kreis Steinburg-Dithmarschen Süd den Unterschied bei der Wahl für das Direktmandat im Bundestag. Die knapp unterlegene SPD-Politikerin Karin Thissen will das Ergebnis jetzt prüfen lassen.

Karin Thissen war bei der Bundestagswahl im September für die SPD im Wahlkreis Steinburg-Dithmarschen Süd als Direktkandidatin angetreten. Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 70 Stimmen hieß der Sieger am Wahlabend allerdings Mark Helfrich (CDU)/nachrichten/schleswig-holstein/bundestagswahl_2021/helfrich112_v-contentxl.jpg. Selbst dieser ohnehin knappe Vorsprung schrumpfte nach der Wahlprüfung weiter zusammen auf 52 Stimmen. Insgesamt stimmten von den 136.299 Wählern 39.431 für Helfrich und 39.379 für Thissen. Nun hat Karin Thissen Beschwerde beim Wahlprüfungsausschuss des Bundestages eingelegt.

Thissen hat lange überlegt

Ein Portrait von dem Politiker Mark Helfrich von der CDU. © Mark Helfrich / CDU Foto: Mark Helfrich / CDU
Er sitzt mit dem Direktmandat des Wahlkreises Steinburg-Dithmarschen im Bundestag: Mark Helfrich von der CDU.

Der Wahlprüfungsausschuss des Kreises hatte das Ergebnis bereits Anfang Oktober geprüft und bestätigt. Daraufhin hatte Karin Thissen sich Bedenkzeit erbeten und lange überlegt. Nur mit einem triftigen Grund wollte sie den Wahlprüfungsausschuss des Bundes anrufen. Allerdings habe sie in einem Wahlbezirk auffallend wenige Erststimmen für sich und merkwürdig viele für ihren Kontrahenten Mark Helfrich entdeckt: "Da habe ich mich mit jemandem zusammengesetzt, der was von Statistik versteht und es lässt sich auch statistisch abbilden." Das sei ein Hinweis, dass ein Fehler passiert sein könnte, dass Stimmen vertauscht oder Erststimmen falsch zugeordnet worden sein. "Dem muss man einfach nachgehen", sagt Thissen

Hoffnung auf Neuauszählung

Nach Angaben Thissens muss nun der Wahlprüfungsausschuss des Bundestages entscheiden, wie er mit der Beschwerde umgeht. Thissen wünscht sich, dass die Stimmen im strittigen Wahlbezirk noch einmal ausgezählt werden. Sollte der Wahlausschuss dem Einspruch nicht folgen, gibt es laut Thissen noch die Möglichkeit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht: "Ob ich das dann machen werde, weiß ich jetzt noch nicht", so die SPD-Politikerin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.11.2021 | 08:30 Uhr

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