Stand: 15.08.2019 20:19 Uhr

Züchter wollen dänische Muscheln importieren

Die schleswig-holsteinischen Muschelzüchter wollen ihre Ernte planbarer machen. Bisher züchten sie ihre Saatmuschel an Gewinnungsanlagen vor Hörnum auf Sylt (Kreis Nordfriesland) und Büsum (Kreis Dithmarschen). Dort können die jungen Weichtiere allerdings anderen Nordseebewohnern, wie Krebsen und Seesternen, zum Opfer fallen. In diesem Jahr sind die Zuchtnetze vor Sylt zum Teil nur zu einem Viertel besetzt. "Normalerweise müssten die Netze jetzt voll sein. Wir brauchen zusätzlich Muscheln vom Meeresboden", sagte Peter Ewaldsen von der Erzeugergemeinschaft schleswig-holsteinischer Muschelzüchter.

Muscheln vom dänischen Horns Rev

Die sollen aus der Allgemeinen Wirtschaftszone von der Sandbank Horns Rev in Dänemark kommen. Rund 100 Kilometer nördlich von Sylt wachsen alle zwei bis drei Jahre große Mengen Saatmuscheln, die ungeerntet von den Herbststürmen weggespült werden würden. Doch einfach einführen dürfen die Züchter die Weichtiere nicht, da sichergestellt sein muss, dass keine invasiven Arten in den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer gelangen, die heimische verdrängen könnten. In den vergangenen Monaten haben Muschelfischer und Vertreter der Nationalparkverwaltung Saatproben vor der dänischen Küste genommen. Die ersten Zwischenergebnisse zeigen, dass von dort keine fremden Arten oder Bakterien und Viren in den Nationalpark eingeschleppt würden.

Muschelfischer: "Besseren Deal kann man nicht machen"

Außerdem bieten die Muschelzüchter an, "eine große Fläche nutzungsfrei zu machen, wenn wir Horns Rev kriegen. Also einen besseren Deal kann man nicht machen", sagt Ewaldsen. Johannes Oelerich tritt hingegen auf die Bremse. "Von einem Deal möchte ich noch gar nicht sprechen. Das sind erstmal Vorschläge, wie man, auch für den Nationalpark, zu einer Weiterentwicklung kommt", sagte der Abteilungsleiter Meeresschutz im Umweltministerium. Aber auch im Ministerium ist man der Meinung, dass eine Vergrößerung der nutzungsfreien Flächen ein Vorteil für den Nationalpark wäre. Bestätigen sich also die ersten Zwischenergebnisse und dürften die Horns-Rev-Muscheln nach Schleswig-Holstein importiert werden, wäre es eine Win-Win-Situation für das schleswig-holsteinische Wattenmeer und die Muschelfischer.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 15.08.2019 | 19:30 Uhr

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