Stand: 09.12.2019 17:20 Uhr

Zu wenige Bäder: Kinder können nicht mehr schwimmen

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) beklagt, dass zu viele Schwimmbäder schließen müssen. Deshalb hat sie 120.000 Unterschriften gesammelt und den Bundestag aufgefordert, weitere Schließungen zu verhindern. Die Petition hat am Montag den Petitionsausschuss des Bundestags beschäftigt.

Auch um die Schwimmbäder in Schleswig-Holstein steht es nicht gut. Die Zahlen der DLRG Schleswig-Holstein zeigen, dass zwischen 2006 und 2014 mehr als 20 von etwa 300 Schwimmbädern schließen mussten - zum Beispiel in Kappeln, Oldenburg oder auch im Kreis Plön. Das hat unter anderem zur Folge, dass etwa jede fünfte Grundschule keinen Schwimmunterricht anbieten kann.

60 Prozent der Grundschüler können nicht schwimmen

Auch deshalb gebe es immer mehr Kinder, die nicht schwimmen können. "Die letzten Befragungen haben ergeben, dass am Ende der Grundschule auch in Schleswig-Holstein ungefähr 60 Prozent der Grundschüler nicht richtig schwimmen können. Das liegt auf der einen Seite an den fehlenden Schwimmhallen - und auch wenn man versucht, einen Platz in einem Anfängerschwimmkurs zu bekommen, dann gibt es dort lange Wartezeiten", meint DLRG-Landesgeschäftsführer Thies Wolfhagen. Oft gebe es Wartezeiten bis zu zwei Jahren zum Beispiel für einen Seepferdchen-Schwimmkurs. In den ersten acht Monaten des Jahres 2018 sind laut DLRG etwa 445 Menschen in Deutschland ertrunken.

Vereine müssen höhere Bahnmiete zahlen

Schwimmvereine müssen wegen des kleineren Angebots an Bädern zum Teil höhere Bahnmieten zahlen. Der Verein SV Neptun aus Kiel etwa zahlt nach eigenen Angaben inzwischen fast 12 Euro pro Bahn und Stunde. Vor zwei Jahren waren es noch 7,50 Euro. Das hat höhere Mitgliedsbeiträge zur Folge, die sich nicht jeder leisten kann.

DLRG Schleswig-Holstein fordert Schwimmhallen-Atlas

DLRG-Landesgeschäftsführer Wolfhagen fordert eine Art Schwimmhallen-Atlas, der zeigt, in welchen Regionen Bäder neu oder umgebaut werden müssten, damit Kinder überall schwimmen lernen können. Die Landesregierung stellt seit einigen Jahren Geld für die Sanierung von kommunalen Schwimmbädern bereit.

In diesem Jahr hat sie mehr als 30 kommunale Schwimmbäder mit etwa dreieinhalb Millionen Euro gefördert. Nach Angaben des Innenministeriums ist das fast doppelt so viel Geld wie noch vor vier Jahren. Ein Sprecher der DLRG veranschlagte den bundesweiten Sanierungsstau mit 4,5 Milliarden Euro. Die Kommunen sollten mit den Problemen nicht allein gelassen werden, heißt es. Insgesamt brauche es laut Petitionstext 14 Milliarden Euro, die je zur Hälfte vom Bund und den Ländern getragen werden sollen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.12.2019 | 15:00 Uhr

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