Stand: 07.09.2018 18:03 Uhr

Wulfsdorf: Prozess gegen Ehemann begonnen

Am Lübecker Landgericht hat am Freitag der Prozess gegen einen Mann aus Wulfsdorf bei Scharbeutz im (Kreis Ostholstein) begonnen, der im Verdacht steht, seine Ehefrau um Weihnachten vergangenen Jahres ermordet zu haben. Der 40-Jährige soll seine Frau im Schlaf erstickt, sie dann in Plastikfolie eingewickelt und im Garten des gemeinsamen Hauses vergraben haben. Eine Chance sich zu wehren, habe die Frau nicht gehabt, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Deshalb wirft sie dem Angeklagten heimtückischen Mord vor. Die Ermittler sind sicher: Der Wulfsdorfer wollte seine Ehefrau aus dem Weg schaffen, damit seine Geliebte in das Haus einziehen kann.

Aktuelle Informationen

Ehefrau ermordet und vergraben: Lebenslange Haft

26.11.2018 12:00 Uhr

Ein 40 Jahre alter Mann aus Wulfsdorf ist wegen Mordes an seiner Ehefrau vom Landgericht Lübeck zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Laut Gericht hat er sie erstickt und vergraben. mehr

Angeklagter machte zu Prozessbeginn keine Aussage

Die Arme verschränkt, der Kopf gesenkt, der Blick starr nach unten auf den Tisch gerichtet: Der Angeklagte zeigte keine Regung, während der Staatsanwalt am Freitag die Anklage verlies. Eine Aussage wolle der 40-Jährige nicht machen, sagten seine Anwälte. Der Mann aus Wulfsdorf hatte die Tat bei der Polizei immer bestritten. Eine psychiatrische Gutachterin berichtete vor Gericht nun von einer anderen Version: Demnach hat der Beschuldigte vor Kurzem erzählt, dass seine Ehe zerrüttet gewesen sei. Am Morgen des 2. Weihnachtstages habe er dann seine Frau tot neben sich im Bett gefunden und sie aus Angst im Garten vergraben. Später habe der Wulfsdorfer Alpträume gehabt, in denen er seine Frau mit einem Kissen erstickt habe, so die Gutachterin. Ob das wirklich so passiert ist, daran konnte sich der 40-Jährige nach Angaben der Expertin nicht mehr erinnern.

Beamte suchten wochenlang nach der Wulfsdorferin

Die Polizei hatte rund zwei Wochen lang nach der Frau gesucht. Ihre Arbeitskollegen hatten sie als vermisst gemeldet, weil sie nach Weihnachten nicht wie gewohnt zur Arbeit erschienen war. Der Beschuldigte hatte damals ausgesagt, seine Frau sei in die Schweiz gegangen, um dort zu arbeiten. Um das gemeinsame Kind im Grundschulalter kümmern sich zurzeit die Großeltern.

Zum Prozess am Landgericht Lübeck sind 32 Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Mit dem Urteil ist wohl nicht vor Dezember zu rechnen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.09.2018 | 08:00 Uhr

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