Stand: 11.01.2013 14:45 Uhr

Wöhrden wird neue Hochburg für Bio-Tomaten

Zwölf Millionen Euro exklusiv für Tomaten: Nach jahrelangen Planungen hat Deutschlands größtes Bio-Gewächshaus in Wöhrden (Kreis Dithmarschen) am Freitag eröffnet. Auf einer Fläche so groß wie fünf Fußballfelder sollen etwa 70.000 Tomatenpflanzen im fruchtbaren Marschboden wachsen und reifen. Bis zum Vormittag hatten Helfer noch vor dem 250 Meter langen Gewächshaus gewerkelt, damit zum Start am Nachmittag alles fertig wurde. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig schaute vorbei und pflanzte einige Setzlinge.

Tomaten wachsen am Band

Bis zur ersten Ernte dauert es noch einige Zeit. Auf Betriebsleiter Jan Krohn und den Mitarbeitern wartet viel Arbeit. "Unsere Tomaten werden mit einem Band unten angebunden. Dieses Band, an dem sich die Pflanzen hochranken, endet oben in einer Spindel, die in 3,50 Metern Höhe an der Decke hängt", erklärt Tanja Wittmaack das Prinzip des neuen Gewächshauses.

Marschboden sorgt für guten Geschmack

Die Tomatenpflanzen wachsen pro Woche zwischen 10 und 15 Zentimeter. Nach 35 Wochen werden sie geerntet. "Dann hat die Pflanze eine Länge von bis zu 14 Metern erreicht", erklärt Wittmack. Die Pflanzen wachsen außerdem nicht - wie üblich - auf Nährsubstraten, sondern im Marschboden. Das bringe den guten Geschmack, so Betreiber und Biobauer Rainer Carstens. Den Boden düngt er rein organisch und pflügt ihn im Winter um.

Supermarktkette vertreibt die Tomaten exklusiv

Reiner Karstens, der Inhaber des Bio-Gewächshauses in Wöhrden zeigt mit der Hand auf die Fläche © NDR Foto: Screenshot
Betreiber Rainer Carstens will jährlich 1.500 Tonnen Tomaten produzieren.

Carstens schwört auf Bio - und das schon seit 23 Jahren. Mit dem Millionen-Projekt setzt er einen lange gehegten Plan um. Das Gewächshaus, in dem komplett auf den Einsatz chemischer Substanzen verzichtet wird, ist nur der erste Teil eines Bio-Masterplans in Dithmarschen. Im Frühjahr soll eine Biogasanlage in Betrieb gehen, die dann Kleegras und C-Ware aus dem eigenen Anbau verarbeitet. "Die Anlage versorgt das Gewächshaus mit Wärme. Ziel ist ein eigener Energie- und Nährstoffkreislauf", meinte Carstens. Das Kohlendioxid, das dabei entsteht, wandeln die Tomatenpflanzen nebenan wieder in Sauerstoff um. Sie bekommen gereinigtes und erwärmtes Regenwasser - alles computergesteuert.

Die Tomaten, die Carstens von Ostern an ernten will, sind schon verkauft. Für die 1.500 Tonnen pro Jahr hat der Biobauer langfristige Lieferverträge mit einer Supermarktkette abgeschlossen.

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Schleswig-Holstein Magazin | 10.01.2013 | 19:30 Uhr

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