Stand: 24.09.2020 14:12 Uhr

Wirtschaft in SH verkraftet Corona-Krise offenbar am besten

Schleswig-Holstein ist - rein wirtschaftlich gesehen - insgesamt mit einem "blauen Auge" aus der ersten Corona-Jahreshälfte herausgekommen. Laut Wirtschaftsministerium hat das Land in dieser Zeit mit minus 3,8 Prozent bundesweit die geringsten Einbußen beim Bruttoinlandsprodukt - also der Summe aller produzierten Waren und Dienstleistungen. Andere Bundesländer wie beispielsweise Baden-Württemberg oder das Saarland liegen bei minus 7,7 beziehungsweise sogar bei minus 9,5 Prozent.

Buchholz: Entwicklung wirkt wie leichte Rezession

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat es, wenn man die bloßen Zahlen betrachtet, in Schleswig-Holstein in der ersten Jahreshälfte eine leichte Rezession gegeben. Mehr zum Glück nicht, sagte der FDP-Politiker. Andere Bundesländer habe es deutlich heftiger erwischt. Dass Schleswig-Holstein die Corona-Krise relativ gut verkraftet hat, führte der Wirtschaftsminister darauf zurück, dass Schleswig-Holstein weniger Industrie und weniger verarbeitendes Gewerbe hat. Und auch dort, wo es Industrie gebe, sei das Geschäft gar nicht so schlecht gewesen.

Keine Prognose für das zweite Halbjahr 2020

Buchholz sagte, dass sich auch der Tourismus nach dem Lockdown sehr gut erholt habe. Er betonte aber auch, dass man jetzt nicht zu euphorisch auf die Spitzenreiterposition schauen solle, und dass staatliche Hilfen irgendwann enden müssen. Eine Prognose für das zweite Halbjahr 2020 wollte Buchholz angesichts der vielen Unwägbarkeiten in der Pandemie nicht wagen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.09.2020 | 12:00 Uhr

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