Lkw-Unfall: A7 nach sieben Stunden Sperrung wieder freigegeben

Stand: 03.02.2021 20:11 Uhr

Frost und Minustemperaturen: Ein Tief hat am Mittwoch für teils gefährliche Bedingungen auf den Straßen gesorgt. Besonders zwei Unfälle auf der A7 Richtung Süden sorgten mehrere Stunden für Probleme.

Ein LKW steht nach einem Unfall quer auf der A7 in Fahrtrichtung Süden zwischen Schleswig-Schuby und Schleswig-Jagel. © Daniel Friederichs Foto: Daniel Friederichs
Schnee, Glätte und Eis sorgen für schwierige Bedingungen auch für LKW-Fahrer. Die Polizei appelliert an Autofahrer, der Witterung angepasst und vorsichtig zu fahren.

Sieben Stunden lang ist die A7 zwischen Schleswig-Schuby und Schleswig-Jagel Richtung Süden gesperrt gewesen - am frühen Abend konnte die Strecke nach Angaben der Leitstelle endlich wieder freigegeben werden. Ein Lkw war gegen Mittag bei Glätte aus der Spur geraten und war quer auf der Fahrbahn zum Stehen gekommen. Dabei riss der Tank des Lasters ein. Bis 17 Uhr mussten Autofahrer hinter der Unfallstelle warten, bis der Laster geborgen war und sie umgeleitet werden konnten. Weitere zwei Stunden dauerten die Reinigungsarbeiten.

Vollsperrung wegen querstehendem Lkw

Die Bergungsteams mussten mehrere 100 Liter Diesel aufnehmen, die aus dem Lkw-Tank gelaufen waren. In Richtung Süden wurde der Verkehr an der Anschlussstelle Schuby abgeleitet und in Jagel wieder auf die Autobahn geschickt. Weil auf der A7 in Höhe Tarp und Schleswig noch weitere LKW verunglückten, waren Polizei und Feuerwehr ab Mittwochmittag im Dauereinsatz: Die Schleswiger Umgehung als Ausweichstrecke war demnach ebenfalls mehrere Stunden stark belastet.

Ein weiterer Lkw fährt auf das Stauende auf

Um kurz nach 15 Uhr war es in der Nähe des ersten Lkw-Unfalls noch zu einem Auffahrunfall mit drei Lkw gekommen. Einer der Laster fuhr laut Leitstelle auf das Stauende auf, zwei weitere Lkw konnten ebenfalls nicht mehr ausweichen. Alle Fahrzeuge wurden nach und nach geborgen und abgeschleppt, sodass die Fahrbahn auch an dieser Stelle immer wieder voll gesperrt werden musste. Schwer verletzt wurde niemand.

Vater und drei Kinder kommen mit Schock davon

Bei Hohenlockstedt (Kreis Steinburg) hat sich am Mittwochmorgen ein Auto überschlagen. Nach Angaben der Polizei mussten der Familienvater und seine drei Kinder mit einem Schock ins Itzehoer Klinikum eingeliefert werden. Der Fahrer hatte durch die Straßenglätte die Kontrolle über seinen Wagen verlor und war auf den Grünstreifen geraten, der Familienwagen überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen.

Ein Auto liegt nach einem Unfall bei Hohenlockstedt im Kreis Steinburg auf dem Dach. © Westküsten-News Foto: Florian Sprenger
Rutschige Straßen wie hier bei Hohenlockstedt (Kreis Steinburg) führten zu einigen Unfällen. In diesem Fall kamen ein Vater und seine drei Kinder mit einem Schock davon.

Im Kreis Stormarn hatte es am Vormittag gleich sieben Mal Unfälle gegeben, dabei wurden drei Personen leicht verletzt. Wegen eines Glätteunfalls musste auch die A1 vorübergehend voll gesperrt werden. Im nördlichen Schleswig-Holstein hat es am Mittwoch innerhalb von drei Stunden knapp dreißig Glätteunfälle gegeben. In den meisten Fällen blieb es nach Angaben der Leitstelle Nord bei Blechschäden.

Glitzernde Eisflächen wirken trügerisch

Unterdessen warnen Polizei und Feuerwehr weiter vor dem Betreten von Eisflächen auf Gewässern. Der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein mahnt, vorsichtig zu bleiben: Trotz der Minustemperaturen sei das Eis zu dünn. Wer es betrete, könne leicht einbrechen. In Klein Nordende (Kreis Segeberg) musste die Polizei am Dienstag zahlreiche Kinder und Erwachsene von einem zugefrorenen See scheuchen. Besonders an Ufern wirke die Eisschicht trügerisch stabil, warnen die Beamten. Sie appellieren insbesondere an alle Eltern, äußerst sensibel mit dem Thema umzugehen.

Dauerschneefall am Sonntag

Für Donnerstag erwartet NDR Schleswig-Holstein Wetterexperte Meeno Schrader Regen und Schnee - die Temperaturen am Tag und in den Nächten werden wohl um die 0 Grad oder schwach im Plus sein, bevor es am Sonnabend wieder kälter wird. Dazu wird es sehr windig mit Sturmböen aus Ost. Am Sonntag erwartet Schrader Dauerschneefall - und zwar bis Montag.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.02.2021 | 20:00 Uhr

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