Ein Hinweisschild hängt an einem Gehweg auf am Gelände der imland Klinik Rendsburg. © picture alliance / dpa Foto: Carsten Rehder

Wie könnte die Zukunft der Imland-Kliniken aussehen?

Stand: 02.07.2021 16:00 Uhr

Die Imland-Kliniken haben seit Jahren wirtschaftliche Probleme, die laut Klinikleitung durch die Corona-Pandemie verschärft wurden. Mögliche Szenarien für die Zukunft zeigen: Die Klinik wird Arbeitsplätze streichen müssen.

Im Frühjahr hatte die Klinik eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft damit beauftragt, Überlegungen für die Zukunft der Imland-Kliniken mit Standorten in Rendsburg und Eckernförde anzustellen. Dadurch soll laut Klinik-Mitteilung eine Insolvenz abgewendet werden. Am Nachmittag präsentierten die Imland-Kliniken das Ergebnis der Wirtschaftsprüfer: Es sind drei unterschiedliche Szenarien, die aber alle nicht ohne Wirtschaftshilfen auskommen würden und Stellenabbau zur Folge hätten.

Variante 1: Beide Standorte bleiben erhalten

Im ersten Szenario schlagen die Wirtschaftsprüfer vor, dass der Betrieb in Rendsburg und Eckernförde im bisher gewohnten Umfang erhalten bleiben soll. Dafür bräuchte es aber 46 Millionen Euro von den Gesellschaftern oder alternativ vom Land Schleswig-Holstein. Darüber hinaus müssten rund 100 Vollzeitstellen in den kommenden zwei Jahren abgebaut werden, so die Imland-Kliniken.

Variante 2: 250 Vollzeitstellen wären in Gefahr

Nach Angaben von Imland-Geschäftsführer Markus Funk sieht das zweite Szenario vor, dass einige medizinische Fachabteilungen wie Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Geriatrie von Eckernförde nach Rendsburg verlegt werden. Die Unterstützung der Gesellschafter würde sich in dem Fall auf rund 42 Millionen Euro belaufen und 250 Vollzeitstellen müssten wegfallen.

Variante 3: Eckernförde versorgt nur noch ambulant

Das einschneidenste Szenario wäre das dritte: Hier schlagen die Wirtschaftsprüfer vor, den Imland-Standort in Eckernförde als stationäre Einrichtung zu schließen und Patienten nur noch ambulant zu versorgen. Mehr als 400 Mitarbeiter könnten bei dieser Variante ihren Job verlieren. Die Kosten für die Gesellschafter lägen bei gut 35 Millionen Euro.

Welches Szenario am Ende umgesetzt wird, entscheidet in den nächsten Wochen der Kreis Rendsburg-Eckernförde als Eigentümer.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.07.2021 | 16:00 Uhr

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